FIFA 18: Release, Gameplay-Mechaniken und jede Menge Ronaldo

Mit FIFA 18 will Entwickler EA vor allem eins: Mehr. Mehr Action, mehr Atmosphäre, mehr Wonder Goals und mehr Mittendrin-Gefühl. Dafür gibt es neue Spielertypen, neue Animationen und neue Gameplay-Mechaniken. Wie sich das beim ersten Anspielen angefühlt hat, zeigt unsere Preview.

  • von Ann-Kathrin Kuhls am 09.06.2017, 16:31 Uhr

Auf der E3 hat Entwickler EA zum ersten Mal den nächsten Teil der FIFA-Reihe öffentlich vorgestellt. FIFA 18 erscheint zwar erst am 29. September in Deutschland, wir konnten uns bei einem Anspielevent vor der großen Enthüllung aber schon mal ein bisschen warm laufen. Eines direkt vorweg: Natürlich hat sich am Spiel selbst nichts verändert. Die Jungs auf dem Platz spielen immer noch Fußball und werfen nicht auf einmal mit Feuerbällen.

Stattdessen haben sich die Entwickler darauf konzentriert, das Spielerlebnis zu verbessern. Ist ja logisch: Wenn die Basis nicht verändert wird, kann man sich mit voller Kraft auf die Kleinigkeiten stürzen. Obwohl Kleinigkeiten bei einem so großen Titel wie FIFA 18 wahrscheinlich der falsche Begriff ist. Beim Anspielevent sind uns vier große Schrauben aufgefallen, an denen EA dieses Jahr gedreht hat: Animationen, Team-Taktik und KI, Setting und der zweite Teil der Story-Kampagne »The Journey«.

Neue Animationen

Im Bereich Animationen hat sich so einiges getan. Zum einen werden die Bewegungen der Spieler selbst jetzt anders dargestellt. In FIFA 17 wurden die kompletten Bewegungsabläufe der Spieler hintereinander abgespielt. Das hat ab und an aber wirklich abgehackt ausgesehen. Jetzt werden die Bewegungen Frame für Frame animiert und wirken dadurch erheblich flüssiger.

Zum anderen sehen die Spieler wieder eine ganze Ecke realistischer aus. Cristiano Ronaldo wurde beispielsweise gescannt und per CGI ins Spiel geholt. Dieses Mal allerdings nicht nur sein Gesicht, sondern sein gesamter Körper in Bewegung. Der Ingame-Ronaldo läuft jetzt genau so wie der echte Ronaldo, inklusive breit ausgestreckter Finger, die ein bisschen wie Jazzhands aussehen. Seine Bewegungen stechen so heraus, dass wir ihn beim Anspielen auch ohne Namen auf dem Spielfeld ausmachen konnten.

Profisportler-Bastelkit

Diese Sonderbehandlung hat bis jetzt aber nur Coverstar Ronaldo bekommen. Der Rest der Mannschaft ist aber trotzdem erheblich vielfältiger als vorher. Die ist jetzt nämlich in mehrere Körpertypen eingeteilt. Bis jetzt hatten die Spieler zwar unterschiedliche Haare, Gesichter und Tattoos, ihre Statur und ihr Laufstil waren aber relativ identisch.

Rein von Körperbau und Bewegung her war es völlig egal, ob da jetzt Philipp Lahm oder Hulk über den Platz liefen. Jetzt gibt es sechs Archetypen, aus denen sich die verschiedenen Spieler zusammensetzen: Groß, klein und mittelgroß, so wie schlank, breit und medium.

Neuer Körper: Neuer Laufstil

Die Typen haben auch Auswirkungen auf den Laufstil: Ein wendiger, kleiner Spieler läuft deutlich anders als ein großer bulliger. Was aber alle gemeinsam haben: Der Moment, in dem die Jungs vom Joggen in den Sprint wechseln, auch »Explosion« genannt, ist jetzt erheblich deutlicher zu sehen. Das sieht nicht nur anders aus, das spielt sich auch anders. Nämlich langsamer. Was allerdings nicht schlecht ist, sondern sogar sehr praktisch. Die Übersicht verbessert sich dadurch nämlich erheblich.

KI noch individueller

Die zweite große Veränderung ist die KI der Teams. Die Mannschaften spielen jetzt nämlich die Taktiken, für die sie bekannt sind. Wenn wir gegen ein spanisches Team spielen, können wir beispielsweise erheblich öfter Tiki-Taka (also Kurzpasspiel) erwarten als zum Beispiel defensives Einigeln im eigenen Strafraum.

Wenn wir gegen die KI die falschen Spieler eingesetzt haben, funktioniert ein Wechsel jetzt noch einfacher. Während wir vorher ins Menü mussten, um Auszuwechseln, geht das jetzt mit einem Knopfdruck. Dabei können wir entweder vorher auswählen, wer eingewechselt werden soll, oder uns vom System jemanden vorschlagen. Sehr praktisch, wenn man einfach nur schnell wechseln will ohne viel nachdenken zu müssen, oder die Mannschaft noch nicht so gut kennt.

Der Slow Ball ist wieder da

In Sachen Spielmechanik gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Zum einen wurden einzelne Mechaniken wie das Dribblen verstärkt, sodass wir damit besser vom Feind wegkommen als zuvor. Wir müssen nicht einmal mehr sprinten, um uns zu drehen. Auch die Verteidigung wird einfacher: Das Harte Tackling ist neu und erlaubt uns auch dann zu tackeln, wenn Bein oder Arm im Weg sind. Und, nicht zu vergessen: Der Slow Ball kehrt zurück.

Zum anderen hat EA daran gearbeitet, die FIFA-Momente zu verstärken. Dafür werden zum Beispiel Volleys in ihrer Flugbahn angepasst, sodass sie auch bei einem nicht perfekt getroffenen Pass wenigstens in der Nähe des Tores landen und nicht in die Umlaufbahn geschossen werden. Das gleicht kleine Unachtsamkeiten aus und führt dazu, dass die Kämpfe im Strafraum intensiver werden.

Neue Emotionen

Die Atmosphäre ist die dritte große Schraube, an der gedreht wurde. Was wäre Fußball ohne Fans, Feiern und Stadionatmosphäre? Deswegen wurde beinahe alles verbessert, was mit Spaß am Fußball zu tun hat. Es gibt neue Skillmoves und Celebrations für die Spieler, und auch die Stadien wurden an regionale Besonderheiten angepasst. Jetzt haben jedes Land und jede Stadt genau die Stadiondekorationen, für die sie bekannt sind. Wie zum Beispiel die besonderen Fahnen im Stadion La Bombonera in Buenos Aires.

Das Publikum im Stadion wurde ebenfalls verändert. Es gibt jetzt viel mehr eigene Zuschauertypen, die auch eigen reagieren. Es freuen sich nicht mehr alle gleich, sondern sowohl zu unterschiedlichen Zeiten als auch auf unterschiedliche Arten. Sie hüpfen zum Beispiel über die Sitze und laufen Richtung Spielfeld, wenn wir nach einem Tor zu den Rängen laufen. Da fühlen wir uns direkt heldenhafter.

Falsches Spiel mit Alex Hunter

Unser ganz persönlicher Held kehrt ebenfalls zurück: Der Storymodus »The Journey« geht in die zweite Runde und ist der letzte, aber keinesfalls unwichtigste Punkt auf unserer Liste. Dieses Mal soll es für Alex Hunter aufs internationale Parkett gehen. Er bekommt direkt zu Anfang Angebote von Paris Saint Germain, Athlético Madrid und Real Madrid. Sein Schritt in die Superliga scheint sicher, doch dann stellt sich heraus, dass er betrogen wurde.

Jetzt muss er nicht nur mit der Täuschung klarkommen, sondern auch mit seinen Fans. Die fühlen sich durch seinen vermeintlichen Weggang  nämlich genau so betrogen wie Alex. Kann der junge Sportler es schaffen, den guten Willen der Fans zurückzugewinnen und vielleicht doch noch bei seinem Traumverein zu spielen? 

Alte Bekannte, neue Gesichter

Auf dem Weg zur Spitze trifft er neben Freunden aus dem ersten Teil auch zahlreiche bekannte, neue Gesichter. Wie zum Beispiel, wie könnte es anders sein, Cristiano Ronaldo. Dabei kann Alex jetzt übrigens genau so aussehen, wie wir wollen. Hoodies, Hosen, Schuhe und sogar die Frisur lassen sich anpassen. Wenn uns danach ist, kann Alex sich wie Paul Pogba auch ein Leopardenmuster färben lassen. Dem (guten) Geschmack sind da keine Grenzen gesetzt.

Die Kampagne kann auch zu zweit gespielt werden. Dabei können wir mit einem Freund jeweils Alex und den Rest der Mannschaft auf dem Spielfeld steuern. Außerdem wird es noch weitere spielbare Charaktere geben. Wer das sein wird, ist noch nicht bekannt. Wir haben aber auf einem der Screens in der Präsentation den Namen Danny gesehen. Könnte das ein Hinweis sein?

Ein völlig neues FIFA?

Zusammenfassend bleiben wir dabei: FIFA 18 scheint das Fußballspiel nicht neu zu erfinden. Dafür hat es dieses aber erheblich verbessert, sowohl optisch als auch mechanisch. Wir sind gespannt, was vor Release noch bekannt wird. Selbstverständlich halten wir euch über alle Neuerungen auf dem Laufenden.

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Ann-Kathrin Kuhls
Ann-Kathrin Kuhls

Erstes Spiel: Jazz Jackrabbit Lieblingsgenres: Action-Adventure, (Japan-)Rollenspiele, Strategie Lieblingsspiele/-serien: Final Fantasy, The Last of Us, Alice: Madness Returns, XCOM: Enemy Unknown