FIFA 17: Das ist neu bei EAs kommender Fußball-Simulation

'Fußball hat sich verändert' - dieses Motto schreibt sich FIFA 17 auf die Fahnen. Was Electronic Arts an Änderungen und Neuerungen in petto hat, zeigen wir euch hier auf einen Blick!  

  • von eSport Studio am 05.09.2016, 11:55 Uhr

Die Entwickler von EA Sports haben FIFA 17, das am 29. September 2016 erscheinen wird, im Vergleich zum Vorgänger enorm überarbeitet. Dabei kümmerte man sich vor allem um folgende vier Bereiche: Die Grafik-Engine, die Zweikämpfe im Hinblick auf Körpereinsatz, Standardsituationen sowie die künstliche Intelligenz.

 

Die Grafikengine: Frostbite vs. IGNITE

Seit über zwei Jahren schrauben die Entwickler unter der Leitung von Technical Director Ed Kilham daran, die Frostbite-Plattform, die bereits in anderen EA-Spielen wie Battlefield und Need For Speed steckt, auf die FIFA-Reihe zu übertragen.

Der neue Story-Modus “The Journey” wäre in seiner Filmhaftigkeit für EA kaum auf der alten IGNITE-Engine zu realisieren gewesen. Die Stadien und Zuschauer werden realistisch beleuchtet, die Video-Zwischensequenzen sind näher an der Wirklichkeit. Für ausgesuchte Spieler (wie Coverstar Marco Reus) wurde wie immer aufwendiges Motion Capturing betrieben, um deren Laufstil und Jubelposen möglichst authentisch abzubilden.

 

Die Zweikämpfe: Verbesserter Körpereinsatz

Gute Dribbler und starke Kopfballspieler hatten in FIFA 16 und allen Vorgängern das Problem, dass ihre Fähigkeiten häufig nicht mehr viel wert waren, wenn sie von Gegenspielern umzingelt waren. Dagegen hat EA das sogenannte 360-Grad-Abschirm-Dribbling entwickelt.

Wenn es nicht darum geht, mit Tempo am Gegner vorbeizuziehen, sondern sicher den Ball zu behaupten, oder einen Kopfball zu erreichen, wird LT auf der Xbox bzw. L2 auf der PS4 der neue Lieblingsknopf der Spieler, denn dieser lässt körperlich robuste Kicker ihre Stärken ausspielen. Das bezieht sich nun auch auf die Verteidigung – alle körperlichen Aktionen (z.B. Stoßen, Zerren und Rempeln oder Abdrängen) werden ab FIFA 17 ebenfalls mit dieser Taste durchgeführt.

 

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Die Standardsituationen: Komplette Überarbeitung

Ein Knackpunkt in FIFA 15 und FIFA 16 waren die Standards, die sehr linear und wenig intuitiv funktionierten. Außerdem hielten sich die Variationsmöglichkeiten bei Ecken und Freistößen in Grenzen. Neu ist nun, dass die Ecke mehr oder weniger automatisch ausgeführt werden kann und man statt dem Schützen einen Spieler kontrolliert, der sich im Strafraum bewegt und um eine gute Position zum Kopfball rangelt.

Wie der Ball im Strafraum landet, wurde ebenfalls verändert. Anstatt nur die Härte der Flanke einzustellen, kann man nun via Fadenkreuz in etwa den Punkt aussuchen, an dem der Ball im Sechzehnmeterraum landen soll. Ob man ihn dann in einem hohen Bogen schießt oder mit einer flachen Flugkurve auf den ersten Pfosten bringt, wird separat reguliert. Bei Elfmetern und Freistößen kann die Position zum Anlaufen frei gewählt werden. EA Sports gibt den Gamern an dieser Stelle vollständig die Kontrolle.

Sam Rivera, Lead Gameplay Producer von FIFA 17, fasst die Auswirkungen der Neuerungen für Freistöße folgendermaßen zusammen: “Eure Anlaufposition beeinflusst den Effet des Balls. Je mehr Anlauf ihr nehmt, desto härter kann euer Schuss sein. Ihr könnt euren Schuss anpassen, indem ihr euch auf die Innenseite oder auf die Außenseite des Balls stellt. Genau wie bei den Elfmetern gilt: Je länger ihr den Schussknopf gedrückt haltet, desto härter und höher ist euer Schuss.”

 

Die Künstliche Intelligenz: Mehr Hirn für die Teamkameraden

Auch in der Realität gehört eine gute Antizipationsfähigkeit zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Fußballspielers: Wenn man in etwa erahnen kann, was als nächstes passiert, hat man einen Vorteil, da man nicht reagieren muss, sondern schon agieren kann. In allen FIFA-Vorgängern waren die computergesteuerten Mitspieler im Angriff bisweilen aber ein wenig trantütig unterwegs: Sie hätten immer mal wieder Raum zum Kontern gehabt, liefen sich aber nicht aktiv frei, sondern trabten nur lustlos in Richtung gegnerisches Tor.

Das soll sich nun ändern. Rivera sagt hierzu: “Bisher setzten die KI-Spieler keine Läufe in Bereiche an, in denen sich bereits ein Verteidiger befand. Jetzt orientieren sich die Spieler bei ihren Vorstößen an der Position der Abwehr. Eure Mitspieler versuchen in jeder Spielsituation, euch zu unterstützen oder Räume zu schaffen. Sie verstehen einfach besser, was gerade passiert. Dazu haben wir eine neue Technologie mit drei grundlegenden Analyse-Elementen erschaffen, die zu jedem Zeitpunkt eines offensiven Spielzugs prognostizieren kann, was gleich passieren könnte, die Läufe in potentielle freie Räume davon abhängig macht, ob der dribbelnde Spieler gerade gut passen kann, und darüber hinaus offensive Räume erkennt und berechnet.”

 

Die Angriffs- und Schusstechniken: Mehr direkter Einfluss

EA Sports ist mit FIFA 17 auch auf Wünsche der Spieler-Community eingegangen. So bieten sich laut Lead Gameplay Producer Rivera neue Optionen bei Schüssen, Kopfbällen und Steilpässen: Den normalen und den angeschnittenen Flachschuss sowie nach unten gezielte Kopfbälle.

Steilpässe können nun mit einer speziellen Tastenkombination noch steiler gespielt werden, um einen schnellen Flügelspieler mit weniger Risiko auf Ballverlust in Szene zu setzen. Auch die Spieleröffnung durch den Torhüter wurde verändert. Abschläge und Abwürfe können nun auch mit flacheren Flugbahnen ausgeführt werden, um das Spiel schneller machen zu können.

Ihr seht also: “Football has changed” in FIFA 17. Aber ordentlich!

Von Jonathan Blum

Übrigens: Wir haben auf der Gamescom den FIFA 17-Produzenten Gareth Reeder für ein flottes, aufschlussreiches Interview getroffen. 

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