Von WoW bis Forza: In Videospielen ist immer Fashion Week

In Berlin läuft gerade die Fashion Week 2019. Aber Moment, was hat das jetzt mit Gaming zu tun? Mehr, als mancher denken mag!

  • von Oliver Schmiedchen am 15.01.2019, 13:28 Uhr
Videospiel-Mode ist in Mode.

Ich habe mit Mode so gar nichts am Hut. Die neuesten Trends gehen mit schöner Regelmäßigkeit seit Jahren komplett an mir vorbei. Wenn ich aber wirklich in mich gehe, ist das in Videospielen anders – allerdings mit ziemlich unterschiedlichen Resultaten.

Jahrmarkt der Itemkeiten

Eine wohlbekannte Modezeitschrift trägt den Namen Vanity Fair, was soviel bedeutet wie “Jahrmarkt der Eitelkeiten”. Dieses geflügelte Wort trifft den Kern dessen, was Mode ausmacht oder zumindest einen ihrer essentiellen Bestandteile. Anhand der eigenen Kleidung das Ego, beziehungsweise die eigene Klasse zur Schau zu stellen.

Ob dies positiv, negativ oder wie auch immer zu werten ist, lasse ich an dieser Stelle einmal dahingestellt. Fakt ist aber, dass vor allem Videospiele mit RPG-Elementen und Online-Komponente genau dieses Mode-Gen ansprechen.

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Das funktioniert interessanterweise auch bei Modemuffeln wie mir und wird in einigen Fällen sogar zum Selbstzweck. Dann nämlich, wenn ihr nur noch zockt, um endlich ein bestimmtes Ingame-Kleidungsstück zu erhaschen und dann mit Stolz zu tragen. Eingeschränkt funktioniert diese Mode-Motivationsspritze auch in Singleplayer-Titeln.

Viel besser greift das Prinzip jedoch in Online-Spielen. Denn machen wir uns nichts vor: Im Social-Hub eines MMOs oder Shared World-Shooters mit den eigenen Errungenschaften zu prahlen, ist schon ein ziemlich cooles Gefühl. Das kennt ihr selbst sicherlich nur zu gut.

Edle Stoffe für epische Leistungen

Beispiele dafür finden sich in meiner eigenen Gamer-Karriere mehr als genug. Nehmen wir etwa World of Warcraft, bevor es das Transmogrifikations-System gab. Wie glücklich und stolz war ich, als ich endlich das T2-Set meines Jägers komplettiert hatte und nicht mehr die hässlichen T1-Schultern tragen musste!

Danach stand ich gefühlt erst einmal eine Woche in Orgrimmar vor der Bank und habe dort voller Stolz posiert. Dass der Weg dorthin ein wirklich elendiger Grind war und ich jeden Winkel des Pechschwingenhorts besser kannte als meine eigene Hosentasche – geschenkt.

Jahre später erging es mir im Vorgänger zu Destiny 2 ähnlich. Es war der Release-Tag des Hard Modes von Crotas Ende. Meiner Raidgilde gelang es doch tatsächlich nach wenigen Stunden, den finsteren Gesellen zu legen.

Dadurch konnten wir uns über den passenden Shader freuen, den außer uns zu diesem Zeitpunkt fast keiner hatte. Also stellten wir uns erst einmal völlig nicht-angeberisch mit versammelter Mannschaft im “Partnerlook” in den Turm. Dort bestaunten uns (völlig zu Recht natürlich) zahlreiche andere Hüter und beglückwünschten uns sogar per PM.

Ist das alles irgendwie albern und realitätsfremd? Vielleicht. Trotzdem sind das zwei Gaming-Erlebnisse, an die ich mich wahrscheinlich noch lang und gern zurückerinnern werde.

Sei es, wie es sei. In Games wie WoW, Destiny, The Division, Final Fantasy 14, Fortnite und PUBG trägt der Modefaktor auf die eine oder andere Art zum Spielspaß bei. Das muss aber nicht immer zwingend mit herausragenden Ingame-Achivements oder schön anzuschauenden Rüstungssets einhergehen.

Von Clown-Sets und hässlichen Avataren

In MMOs wie World of Warcraft ist die Zeit zwischen den einzelnen Inhalts-Updates oft durch viel Warten geprägt. Wenn der Hauptcharakter voll ausgestattet ist, leveln viele Spieler zum Zeitvertreib gern neue Charaktere hoch. Die sehen bedingt durch stetige Ausrüstungswechsel beim Hochspielen allerdings nicht so schön homogen aus wie die im Raid-Set gekleideten “großen Brüder”.

Um aus der Not eine Tugend zu machen, setzt sich mancher Spieler das Ziel, einen möglichst bunten Mix aus Rüstungsteilen zu tragen. Im Kreise unserer Gilde nannten wir das dann liebevoll das “Clown-Set”. Gewissermaßen ist das der Ugly Christmas Sweater von Azeroth.

Andere Spiele wiederum verfügen zwar über die Möglichkeit der optischen Charakteranpassung, bieten jedoch nicht wirklich schöne oder erstrebenswerte Optionen. Ein Paradebeispiel dafür ist das launige Open World-Rennspiel Forza Horizon 4.

Um trotzdem Spaß mit dem Charakter-Editor zu haben, versteifen sich auffallend viele Spieler darauf, ihren Avatar möglichst hässlich zu kleiden. Karl Lagerfeld – der ja bekanntermaßen sogar Probleme mit der Jogginghose als Kleidungsstück hat (Blasphemie!) – hätte daran sicher seine helle Freude. Mein Forza-Avatar sieht in seinem Outfit aktuell ein wenig so aus wie der für seinen gewagten Modestil bekannte NBA-Spieler Russel Westbrook abseits des Courts.

Gepaart mit dem Ententanz als Siegerpose ist diese Kombination immer wieder für einen Lacher gut. Auch das kann Videospiel-Mode! Und am Ende steht immer noch die alte Weisheit: Wahre Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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