eSport als Medaillensport bei den SEA Games

Bei den Südostasienspielen kämpfen eSportler zum ersten Mal in der Geschichte um Medaillen und ebnen dem eSport den Weg nach Olympia.

  • von eSport Studio am 09.12.2019, 12:12 Uhr

Es war ein langer und beschwerlicher Weg für den eSport. In der Vergangenheit wurden immer wieder Versuche unternommen, den neuen Breitensport als olympische Disziplin zu etablieren, doch alle Bemühungen scheiterten in letzter Instanz am olympischen Komitee. Bei den Südostasienspielen, kurz SEA Games, wurde nun eine wichtige Hürde auf dem Weg nach Olympia überwunden. Erstmals in der Geschichte durften auch eSportler antreten.

Der Kampf um die olympische Anerkennung

Ganz besonders in Europa gestaltet sich das Ringen um die Anerkennung des eSports als eine schwierige Herausforderung. Hierzulande vertreten viele der Entscheidungsträger einen eher konservativen Standpunkt und wollen den eSport nicht als vollwertige Sportart anerkennen. Besonders vehement stellte sich in der Vergangenheit der deutsche Fußballbund DFB gegen die Konkurrenz. Traditionelle Sportarten sehen in dem neuen Breitensport eine große Bedrohung für ihre Verbände.

Als Problem galt vor allem die Anerkennung von Spielen mit expliziter Darstellung von militärischer Gewalt wie Counter Strike: Global Offensive, da dies im Widerspruch zu den olympischen Grundsätzen steht.

Ein einleuchtender Kritikpunkt, den die Veranstalter der SEA Games jedoch geschickt lösten. So wurden nur Spiele als Disziplinen zugelassen, die sich in ihrem Wesen auf klassische Sportarten zurückführen lassen. Tekken 7 lässt sich ohne Probleme in die Kategorie der Kampfsportarten wie Judo oder Karate einordnen.

Viele olympische Sportarten lassen sich auf militärische Traditionen zurückführen. Gute Krieger mussten im Zweikampf, Speerwerfen, Zielschießen und dem Hürdenlauf geübt sein, um auf dem Schlachtfeld überleben zu können.

Die SEA Games

Mit der Entscheidung, den eSport als Diszliplin für die Südostasienspiele zuzulassen, stellen die Asiaten einmal mehr ihre Fortschrittlichkeit unter Beweis. Dieser Schritt ist alles andere als eine Überraschung, da neue Ideen und Veränderungen dort viel schneller akzeptiert und umgesetzt werden als im konservativ geprägten Europa. Der eSport ist bereits seit Jahren anerkannt und in einigen Ländern wie Südkorea schon ein Teil der Kultur geworden. Blizzards Echtzeitstrategiespiel Starcraft II gilt dort als inoffizieller Nationalsport.

Bei den SEA Games wurden sechs Spiele ausgewählt, die sich besonders auf dem asiatischen Markt großer Beliebtheit erfreuen. Dazu gehören:

Neben PC und Konsolen sind auch Mobilgeräte abgedeckt, da diese in Asien besonders erfolgreich sind. Auf jeder Plattform werden in je zwei Spielen Medaillen vergeben.

Zurzeit sind die SEA Games in vollem Gange und die Gewinner der verschiedenen Disziplinen müssen noch entschieden werden. In Mobile Legends: Bang Bang konnten sich die Philippinen gegen Indonesien im Kampf um die Goldmedaille bereits durchsetzen.

eSport bei Olympia?

Auch, wenn diese Entscheidung keinesfalls eine Garantie dafür ist, dass eSport in den nächsten Jahren olympisch wird, so hat der erste Auftritt bei den Südostasienspielen eine sehr wichtige Bedeutung. Schon jetzt sorgt die neue Disziplin mit hohen Aufrufzahlen für eine steigende Zuschauerschaft. Das könnte auch für die Olympischen Spiele ein entscheidender Faktor werden, da diese in den letzten Jahren immer wieder mit sinkenden Einschaltquoten zu kämpfen hatten.

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Außerdem zeigen die Organisatoren der SEA Games, wie sich eSports in die olympischen Spiele integrieren lassen, ohne in Konflikt mit den Turnier-Grundsätzen zu geraten. Nun liegt es an europäischen Verbänden wie dem ESBD, mit ihrer Arbeit weiter für die Anerkennung des neuen Breitensports zu kämpfen, bis das olympische Komitee eine Integrierung in Betracht zieht.

von Constantin Krüger

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Das Ziel des mittlerweile 20-köpfigen Teams des eSport Studios ist es, den eSport zusammen mit seinen Partnern multimedial erlebbar zu machen! Die in Hamburg ansässige Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit starken Partnern über das alltägliche eSport-Geschehen.

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