Eine Generation verliert ihren Helden: Bud Spencer stirbt mit 86

Unter dem Künstlernamen Bud Spencer eroberte der Italiener Carlo Pedersoli als ebenso schlagkräftiger wie gutmütiger Charakter die Kinoleinwände der 1970er- und 1980er-Jahre.

  • von Stephan Freundorfer am 28.06.2016, 10:47 Uhr
Bud Spencers Autobiografie gibt's auch als Hörbuch.

Mit Bud Spencer hat eine ganze Generation ihr Idol verloren. Geboren als Carlo Pedersoli feierte der in Neapel geborene Schauspieler ab Anfang der 1970er-Jahre im Gespann mit seinem Kollegen Mario Girotti (besser bekannt als Terence Hill) einen Kinoerfolg nach dem anderen. Bis zu drei Filme pro Jahr drehte Bud Spencer auf der Höhe seiner Karriere, gewöhnlich handelte es sich um Komödien mit jeder Menge flotter Sprüche und irrwitziger Prügelszenen.

Dabei startete Pedersolis Karriere als Bud Spencer 1967 eigentlich mit einem ernsten Italo-Western, Gott vergibt… Django nie!, von dem später eine geschnittene und neu synchronisierte Komödienvariante unter dem Titel Zwei vom Affen gebissen in die Kinos kam.

In Folge erschienen zahllose Spaß-Western und Prügelkomödien, dabei war Bud Spencer auch ohne Terence Hill beliebt – zum Beispiel in der charmanten vierteiligen Plattfuß-Reihe, in der Spencer den freundlich-fülligen Kommissar Manuele Rizzo mimt.

Carlo Pedersolis Fähigkeiten und Unternehmungen gingen allerdings weit über sein Leinwandleben als Bud Spencer hinaus. Der Italiener arbeitete als Botschaftssekretär in Südamerika, studierte erfolgreich Jura, war Mitglied der italienischen Wasserball-Nationalmannschaft und Rekord-Schwimmer, komponierte Musik und produzierte Dokumentarfilme. Die 2011 erschienene Autobiografie Bud Spencer. Mein Leben, meine Filme wurde zum Bestseller.

Carlos Pedersoli verstarb am 27. Juni 2016 mit 86 Jahren in einem Krankenhaus in Rom.  

Stephan Freundorfer
Stephan Freundorfer