DFB gründet eNationalmannschaft und Präsident Grindel tritt ab – Zufall?

Präsident Reinhard Grindel galt beim DFB als schärfster Kritiker von eSport. Nun ist er zurückgetreten. Ist der Weg jetzt frei für die junge Sportart und die eNationalmannschaft?

  • von eSport Studio am 04.04.2019, 12:50 Uhr
DFB eSport Nationalmannschaft FIFA

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat am 2. April seinen Rücktritt verkündet. Grund hierfür waren mannigfaltige Verfehlungen. Zuletzt stolperte der Präsident über eine teure Uhr als Geschenk, die er nicht hätte annehmen dürfen. Grindel galt beim DFB immer als schärfster Gegner des eSports und einer Beteiligung des Verbandes durch eine eNationalmannschaft daran.

Zu Beginn des letzten Jahres bezeichnete er den eSport in einem Interview beim Weser-Kurier als “größte Konkurrenz des Fußballs” und als “absolute Verarmung”. Später öffnete sich der Verband so weit, dass er Fußballspiele als “okay” einstufte und die Disziplin von “eSport” in “eFootball” umbenannte.

21 Spieler nominiert

Das der DFB mit großem Pomp nun die Gründung einer eNationalmannschaft verkündet, kommt für viele in der Szene überraschend. Diese soll schon in diesem Monat bei einem der größten FIFA-Turniere des Jahres antreten: dem eNations Cup. Der DFB veröffentlichte eine Kader-Liste mit 21 eSportlern, die Deutschland zukünftig unter dem offiziellen Banner des deutschen Fußballbunds auf der PlayStation und der Xbox vertreten sollen. Mit im Team ist auch der Gewinner der GameZ Winter Championship ‘”LostInTheWavesz”.

Die eNationalmannschaft beim eNations Cup

Der eNations Cup ist eine eSport Veranstaltung, bei der pro Land zwei Nationalspieler (ein Spieler pro Konsole) ihre jeweiligen Nationen im internationalen Wettbewerb repräsentieren. Das FIFA-Turnier wird dabei sowohl auf der Xbox One als auch auf der PlayStation 4 ausgetragen. Vertreten werden Deutschland die beiden Werder Bremen-Profis Mo “MoAuba” Harkous und Michael “MegaBit” Bittner.

Beide sind im Einzel die besten Spieler Deutschlands und gewannen im Doppel gerader erst die Virtual Bundesliga der DFL. Bundestrainer wird der langjährige FIFA-Profi Benedikt ‘SaLz0r’ Saltzer. Den eNations Cup könnt ihr ab dem 13. April live auf den entsprechenden Twitch-Kanälen von EA SPORTS verfolgen.

Die eSport-Kontroverse – Grindel nimmt seinen Hut

Während Grindel als kritische Stimme im Präsidium galt, gab es auch versöhnlichere Töne. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch ist großer Verfechter der jungen Disziplin. FIFA 19 sei laut Koch längst ein fester Bestandteil des Fußballs. Als Beispiel führt er den bereits erwähnten eNationalspieler “MoAuba” an, der den Fußball sowohl selbst im Verein und als eSportler spielt. Diese Synergien zwischen dem eFootball und dem Amateurfußball müsse man nutzen.

Koch ist auch Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes. Der geht mit gutem Beispiel voran, und hält schon seit Monaten eine eigene Turnierserie ab, deren letzter Cup am 8. April gespielt wird.

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Es passt ins Bild, dass die Gründung einer deutschen eNationalmannschaft ausgerechnet zu dem Zeitpunkt bekannt gegeben wird, an dem der DFB-Präsident Grindel angezählt war. Es legt die Vermutung nahe, dass ganz besonders der DFB-Boss ursprünglich Fortschritte und Annäherungsbemühungen zwischen dem eSport und dem klassischen Fußball blockierte.

Zwar entschied sich das Präsidium einstimmig für die neue Mannschaft, aber Grindel machte aus seiner Abneigung nie einen Hehl. Nun könnte der Weg für ein noch stärkeres Engagement des Verbandes frei sein. Alles hängt allerdings von der Performance der Spieler im Turnier ab.

Über weitere Entwicklungen zur deutschen eNationalmannschaft und der eNations League halten wir euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

von Constantin Krüger und Holm Kräusche

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Das Ziel des mittlerweile 20-köpfigen Teams des eSport Studios ist es, den eSport zusammen mit seinen Partnern multimedial erlebbar zu machen! Die in Hamburg ansässige Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit starken Partnern über das alltägliche eSport-Geschehen.

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