Deshalb spielen jetzt alle wieder For Honor, Sea of Thieves & Co.

Immer wieder wird Online-Spielen ein schneller Tod prophezeit. For Honor gehörte dazu, startet jetzt aber ins dritte Jahr. Wir zeigen, wie das Actionspiel und andere dem Sensenmann von der Schippe gesprungen sind.

  • von Patricia Geiger am 25.01.2019, 16:30 Uhr
For Honor Vortiger

Wer sich lange genug mit Videospielen beschäftigt, fühlt sich ab und an wie im Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” von 1993. Ein neuer Multiplayer-Titel kommt auf den Markt, der Hype ist groß und nach einigen Wochen jagt – zumindest gefühlt – schon wieder das Tumbleweed über die Server. Oder es gelingt Entwickler und Publisher erst gar nicht, einen ordentlichen Hype zum Release zu erzeugen und ein eigentlich interessantes Spiel droht direkt in der Versenkung zu verschwinden.

Manchmal schaffen es die Entwickler dann aber, die Spieler mit Addons oder auch kostenlosen Inhalten wieder oder neu für ihr Spiel zu begeistern und ihm so einen zweiten Atem zu verschaffen. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren Spiele wie For HonorTom Clancy’s The Divsion und Destiny. Aktuell erlebt Sea of Thieves  durch die Streaming-Plattform Twitch einen enormen Zulauf.

For Honor startet ins dritte Jahr

Das Actionspiel von Ubisoft, in dem Ritter, Samurai, Wikinger und Wu Lin gegeneinander in die Schlacht ziehen, hatte keinen leichten Start: Schon wenige Monate nach Release wurden die Server merklich leerer. Gerettet hat das Spiel am Ende die Herangehensweise des Publishers an neue Inhalte für Multiplayer.

Es gibt zwar sogenannte Jahrespässe, allerdings sind die optional und verschaffen Spielern nur einen zeitlichen Vorteil, was neue Kämpfer angeht. Maps sind kostenlos für alle Spieler verfügbar und die neuen Krieger können mit einer Woche Verzögerung zum Jahrespass auch einfach über die Ingame-Währung Stahl freigeschaltet werden.

Regelmäßige Updates bei Balancing und dem Wirtschaftssystem haben in Verbindung mit den kostenlosen neuen Inhalten dafür gesorgt, dass die Spielerzahlen von For Honor wieder nach oben gingen und sich stabilisiert haben.

Mit dem Start der ersten Season von Jahr drei bekommen die Ritter einen neuen Krieger: den Black Prior. Besitzer des Jahrespasses erhalten ihn automatisch zum Start der neuen Inhalte am 31. Januar, alle anderen Spieler können ihn am 7. Februar für 15.000 Stahl freischalten. Für alle Spieler wird am 31. Januar die neue Map “Harbor” für den Modus Herrschaft kostenlos veröffentlicht.

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Sea of Thieves bekommt durch Twitch Rückenwind

Eingefleischte Fans hatte Sea of Thieves schon früh, schließlich erlaubte Entwickler Rare in Alphas regelmäßig Einblicke in den aktuellen Stand. Das daraus resultierende Feedback floss wieder ins Spiel ein und sorgte zum Release so für ein rundes Spielerlebnis. Ein wirklicher Hype kam allerdings nie auf und Sea of Thieves wurde fast schon zum Geheimtipp.

Grund dafür waren eine fehlende Kampagne sowie recht wenig Inhalt zum Release-Zeitpunkt. Knapp ein Jahr später hat Rare hier allerdings mit zahlreichen kostenlosen neuen Inhalten nachgeholfen und es so geschafft, die vorhandene Spielerschaft zu binden und auch den einen oder anderen neuen Spieler zu gewinnen.

Seit Ende 2018 füllen sich die Server allerdings merklich und Schuld daran ist Twitch. Seit dem “Shrouded Spoils”-Update für Sea of Thieves wird das Spiel deutlich mehr gestreamt und die vorher überschaubaren Zuschauerzahlen von unter 10.000 sind inzwischen auf Platz zwei der Rangliste geklettert, stärker ist das Interesse aktuell nur noch am Dauerbrenner Fortnite.

Wie groß der Einfluss von Twitch auf die Spielerzahlen ist, zeigen die Verkaufszahlen. Wie Kotaku berichtet, liegt die PC-Version von Sea of Thieves im Microsoft Store aktuell ebenfalls auf Platz zwei in der Bestseller-Liste.

Updates bringen The Division die Spieler zurück

Fehlender Hype war zum Release von Tom Clancy’s The Division nicht das Problem, sondern auch hier krankte das Spiel an fehlenden Inhalten. War die Kampagne gespielt, hatte man nicht mehr allzu viel zu tun – und die Dark Zone war auch nicht gerade verlockend. Die Zone, in der auch PvP möglich ist, glich anfangs eher dem Wilden Westen: Viele Spielergruppen ballerten einfach auf alles, was sich bewegte und sorgten so für Frust bei Einzelgängern.

Das Inhaltsproblem bekam Ubisoft zumindest ein Stück weit in den Griff, indem neue Spielmodi und Aktivitäten nachgeliefert wurden. Es waren jedoch auch die Balancing-Updates, die Spieler zurückgebracht haben. Das lässt sich auch in der Langzeitansicht von Plattformen wie Steam Charts verfolgen. Jedes größere Update von The Division zog einen Ausschlag bei den Spielerzahlen nach sich.

In Hinblick auf den Release von The Division 2 am 15. März 2019 wird hier vor allem spannend, wie viele der gewonnenen Erkenntnisse direkt in den Nachfolger eingeflossen sind, um eine große Abwanderung der Spieler zu verhindern. Zumindest an der Dark Zone wurde bereits geschraubt: Statt einer Zone wird es drei geben und dazu auch noch Welpenschutz für Spieler, die den Bereich zum ersten Mal betreten. Außerdem wird es garantierten Loot für alle geben, was Frustmomente zumindest einschränken wird.

Von Addons gerettet: Destiny

Wer Destiny 1 vor dem Release des großen Addons “König der Besessenen” gespielt hat, hatte recht früh nichts mehr zu tun. Die Spielwelt zum Release fühlte sich leer an und bot nicht genug Anreize, um dem Spiel lange treu zu bleiben – und das trotz funktionierender Loot-Spirale und großartig greifenden Shooter-Mechaniken. Irgendetwas fehlte einfach.

Dieses etwas wurde dann mit Taken King ins Spiel gebracht, das einerseits jede Menge enttäuschte Spieler wieder zurückbrachte, andererseits aber auch viele neue Spieler anlockte. Die neuen Missionen und die neu ins Spiel gebrachte Lore, die mit dem folgenden Addon “Das Erwachen der Eisernen Lords” noch weiter vertieft wurde, hielten die Hüter bei der Stange.

Umso erstaunlicher war allerdings, dass sich dies nach dem Release von Destiny 2 wiederholte. Die Hardcore-Spieler des ersten Teils fühlten sich nicht abgeholt und bemängelten, dass sie auf Kosten neuer Spieler vernachlässigt wurden. Updates, die zum Beispiel die Spielerzahl im PvP wieder auf 6 vs. 6 erhöhte und Features aus dem Vorgänger wie private Matches zurückbrachten, schufen hier erste Abhilfe. Richtig viel Zulauf bekam Destiny 2 aber wieder mit “Forsaken“, dem ersten großen Addon.

Zusätzlich sorgen kostenlose Saisons mit zeitlich begrenzten Inhalten sowie regelmäßig erscheinender neuer Jahrespass-Content dafür, dass die Spieler wieder langfristig an den Shared World-Shooter gebunden sind. Durch die gestaffelte Veröffentlichung gibt es ständig etwas zu tun und die Loot-Spirale, eine der wichtigsten Mechaniken des Spiels, wird permanent neu befeuert. Im Dezember startete die Veröffentlichung der Inhalte zur Schwarzen Waffenkammer, die Spieler aktuell noch bei der Stange halten.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.

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