Darksiders 3: Zukunft trifft Vergangenheit

Nach dem Rollenspiel-lastigen zweiten Teil setzt Darksiders 3 wieder auf die Tugenden des ersten Serieneintrags. Will heißen: Mehr Rätseln, mehr Action und mehr Freiheit. Aber Fury kann noch mehr.

  • von Jonas Gössling am 23.08.2018, 7:13 Uhr
Darksiders 3

Nach nur zwei Teilen ist es gar nicht so leicht zu beantworten, was genau eigentlich die Darksiders-Reihe auszeichnet. Ist sie eine Mischung aus Action-Adventure und RPG? Oder doch eher ein Zelda-Klon mit ausgefeilterem Gameplay und motivierender Story? Mit dem dritten Ableger ist klar, letzteres ist der Fall – und das wird dem Spiel trotzdem nicht ganz gerecht.

Denn die dritte Reiterin der Apokalypse, Fury, ist noch mehr und spielt sich vor allem anders als ihre Brüder. Wie sich das auswirkt, was Darksiders 3 besser als seine Vorgänger machen will und wie Dark Souls da hineinpasst, verraten wir in unserer Vorschau – und entschuldigen uns direkt zu Beginn für den Souls-Vergleich. Der stammt aber auch nicht von uns.

Offener, satter, tiefgründiger

Obwohl Darksiders 3 eher wieder in Richtung des ersten Teils pendelt, unterscheidet es sich in einem Punkt sehr stark davon. Denn erstmals in der Reihe setzt der Titel auf eine offene Welt ohne Ladezeiten. Das bedeutet umgekehrt auch, dass wir (fast) alles erreichen können, was wir sehen.

Markante Orte wie eine Kirche oder ein gigantischer Baum dienen als Anreize, aber auch als Orientierung, denn es wird erstmals keine Karte des Gebietes geben. Hier haben sich die Macher laut eigener Aussage von Dark Souls inspirieren und wollen genau wie da nach und nach ein Verständnis für die Welt in euren Köpfen entstehen lassen.

Die Region selbst ist trotz apokalyptischen Setting bunt gehalten. Genau wie in etwa Enslaved: Odyssey to the West holt sich die Natur die Welt zurück und ihr erkundet farbig satte, aber immer noch verfallene Städte. Generell sieht die Oberfläche mit ihren Gebäuden recht realistisch aus – und das bei einem Fantasy-Setting.

Tatsächlich soll sich das aber ändern, je tiefer ihr unter die Oberfläche vordringt. Auch die Rätsel passen sich diesem Realismus an. Es sollen keine unterhaltsamen, aber irgendwie unlogischen Puzzle wie in den ersten Teilen stattfinden. Vielmehr soll sich alles organisch aus der Welt heraus ergeben – wie genau das aussehen wird, haben die Macher aber noch nicht verraten.

Das Versprechen der Story

Was die Entwickler aber verraten haben ist, dass die Geschichte die beste der gesamten Reihe werden soll. Zur Erinnerung: Darksiders 3 spielt während Teil eins, als der apokalyptische Reiter Krieg 100 Jahre gefangen gehalten wird. Seine Schwester Fury soll im Auftrag des Rates, der für die Verwahrung verantwortlich ist, die sieben Todsünden jagen und erlegen.

Klingt nach wenig, aber das soll bei weitem nicht alles sein. Die Macher versprechen eine spannende und wendungsreiche Geschichte, die sich eher auf die Heldin selbst und ihren Reifeprozess konzentrieren soll. Zudem soll es zahlreiche, deutliche Überschneidungen zu den Vorgängern geben.

Und wer seit Teil eins darauf wartet, dass der Cliffhanger zum Ende aufgelöst wird: Auf Nachfrage haben die Entwickler ebenfalls stark suggeriert, dass Fans sich hier auf einiges gefasst machen können. Zum jetzigen Zeitpunkt sind das alles Versprechen, sollten die aber wirklich alle gehalten werden, dürfte Darksiders 3 hier viele Fans glücklich machen.

Ein bisschen Metroidvania, ein bisschen Kämpfen

Aber auch spielerisch will das Action-Adventure überzeugen. Wir erinnern uns an die offene Welt: Die macht sich auch bei der Story bemerkbar. Denn ab einem gewissen Punkt steht es euch völlig frei, in welcher Reihenfolge ihr die Sünden erledigt.

Lediglich vier sogenannte »Hollows«, die nicht fest mit Bossen verknüpft sind, benötigt ihr zwingend, um das Spiel zu beenden. Nur mit ihnen könnt ihr wie in einem Metroidvania in alten Bereichen neue Wege öffnen. Mit dem Flame Hollow könnt ihr etwa durch Lava und Feuer gehen.

Genauso wichtig ist euer Umgang mit Fury. Ihr könnt zwar auch einfach Feinde angreifen. Aber weil die Dame nicht so viel einsteckt, wie ihre Geschwister, solltet ihr eher aus dem Hinterhalt agieren und einzelne Gegner zu euch locken.

Dann teilt ihr mit Furys Peitsche aus und solltet ganz oft ausweichen – blocken ist nämlich nicht drin. Im Gegensatz zu den Vorgängern gibt es auch keine Räume mehr, in denen haufenweise Monster erscheinen und der Ausgang versperrt bleibt. Jeder Feind ist immer in der Welt zu sehen und kann auch komplett ignoriert werden.

Einschätzung

Darksiders 3 könnte ein Fest für Fans des ersten Teils werden. Wenn die Story wirklich das hält, was die Macher versprechen, und die Rätsel durchgehend unterhalten, erwartet uns hier etwas Großes.

Zumal es der Titel als einer der wenigen verstanden hat, wieso ausgerechnet das erste Darks Souls so gut ist: Wegen einer logisch zusammenhängenden Welt, die man non-linear und ohne Karte erkunden kann. Fury hat definitiv das Potential, ihre beiden Brüder zu übertrumpfen – auch ohne Rollenspiel-Elemente.

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Jonas Gössling
Jonas Gössling

Jonas liebt Computerspiele, Videospiele - er hat einfach generell viel lieb. Vor allem die Wandlung und die Hintergründe des Mediums fasziniert ihn mit zunehmenden Alter immer mehr und sorgt bei ihm für einiges an Trivia-Wissen.

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