Creation Club für Fallout 4 & Skyrim: Bethesda kündigt Bezahl-Mods an

Im Rahmen der E3 hat Bethesda den sogenannten Creation Club für Fallout 4 und Skyrim angekündigt, in dem es künftig Mods zu kaufen geben wird.

  • von Sebastian Weber am 12.06.2017, 8:13 Uhr

Langjährige Spieler des Rollenspiel-Hits The Elder Scrolls V: Skyrim erinnern sich bestimmt noch daran, wie Bethesda im Jahr 2015 über Steam kostenpflichtige Mods einführen wollte. Sogenannte Mods sind kleine Änderungen am Spiel, die den Inhalt und Umfang ändern und dank den sehr aktiven Communities von Skyrim und Fallout 4 stetig erweitern. Darunter gibt es neue Waffen, überarbeitete Kleidung für Charaktere bis hin zu neuen Missionen oder gar ganzen Abenteuern.

Der Schritt 2015 führte zu heftigen Protesten unter den Spielern, sodass Bethesda die Idee schnell verwarf, das Programm der bezahlbaren Mods auf Steam beendete und den Spielern die ausgegebene Kohle zurück erstattete.

Im Rahmen der E3 2017 kündigte Bethesda nun den sogenannten »Creation Club« an, der im Grunde der zweite Versuch ist, Mods gegen Geld unter die Spieler zu bringen.

Wie funktioniert der Creation Club?

Im Trailer, den wir oben eingebunden haben, wird das System recht simpel erklärt. Bethesda-Entwickler und ausgewählte Mod-Hersteller, die qualitativ hochwertige Inhalte erstellen, erschaffen stetig neue Inhalte, die im Creation Club erscheinen. Das können Waffen sein, Ausrüstung, Kleidung, grundlegende Änderungen am Spiel (also Add-on-ähnliche Inhalte) oder aber Häuser und so weiter.

Spieler, die diese Inhalte nutzen möchten, können diese gegen Credits erwerben. Diese Credits müsst ihr allerdings vorher gegen echtes Geld kaufen.

Bethesda verspricht dafür allerdings, dass alle dort erhältlichen Mods geprüft werden. Damit soll die Qualität sichergestellt werden, aber auch, dass die Änderungen am Spiel eben jenes nicht komplett instabil machen.

Die Entwickler solcher Inhalte müssen sich zudem bei Bethesda »bewerben«, um in das Programm aufgenommen zu werden. Anders als bei den frei erhältlichen Modifikationen kann also nicht jeder einfach drauflos legen.

Der Creation Club soll im Sommer 2017 für PC, Xbox One und PlayStation 4 starten und in Skyrim und Fallout 4 integriert werden.

Was ist vom Creation Club zu halten?

An diesem Punkt wird es knifflig. Die Community von Skyrim hat im Jahr 2015 gezeigt, was sie von kostenpflichten Mods hält: nämlich gar nichts.

Nun muss man im Falle des Creation Club Bethesda zu Gute halten, dass alle Inhalte, die dort erscheinen, theoretisch hochwertige Erweiterungen zu sein scheinen. Zum einen, da Bethesda-Entwickler selbst die Sachen erstellen und zum anderen, da externe Inhalte geprüft werden. Das alles kostet den Publisher Zeit und Geld, was er sich natürlich bezahlen lassen möchte und verspricht den Spielern zumindest ein reibungsloseres Spielvergnügen als eine Mod von Hinz und Kunz, die nicht funktioniert oder das gesamte Spiel unbrauchbar macht.

Offen bleibt allerdings, über welchen preislichen Rahmen wir hier sprechen. Im Trailer stehen zwar bereits Credit-Angaben, etwa 150 Credits für einen neuen Gegner oder 500 Credits für einen neuen Spielmodus. Wie sich diese Credits aber in bare Münze umrechnen, das ist bisher nicht bekannt. Kostet eine Riesenkrabbe 150 Credits und damit vielleicht 99 Cent, dann mag das echte Hardcore-Fans von Skyrim vielleicht nicht abschrecken. Bewegt sich der fällige Obolus aber deutlich nach oben, dann dürfte Bethesda abermals ein lauter Aufschrei entgegen hallen.

Letztlich sind und waren Mods schon immer eine Sache, die aus der Community um sehr beliebte Spiele herum entstand und die in der Regel kostenfrei waren. Das wiederum hatte für den Publisher den Vorteil, dass sein Spiel eine deutlich längere Lebenszeit hatte, da die Fans teils jahrelang am Ball blieben, da sie ihre liebste virtuelle Welt stetig erweitern konnten. Vollwertige Add-ons oder DLCs zu solchen Spielen finden also leicht ihre Kundschaft.

Kostenpflichtige Mods, wenn sie falsch umgesetzt und kommuniziert werden, könnten diesen Effekt schnell zunichte machen. Doch Bethesda dürfte seine Lektion vor knapp zwei Jahren gelernt haben und den Spagat aus kostenpflichtig und kostenfrei hoffentlich besser hinbekommen, denn wenn am Ende alle hochwertigen Mods nur noch für einen 10er zu haben sein würden, dann würde sich die Community vermutlich schnell nach Alternativ-Spielen umsehen.

Während der Creation Club also so manchen Fan skeptisch machen dürfte, hatte Bethesda aber allerlei Ankündigungen im Gepäck, die euch freuen dürften: So wurden VR-Umsetzungen von Fallout 4 und Doom angekündigt. Außerdem gab er einen ersten Einblick in The Evil Within 2 und einen ausführlichen Trailer zu Wolfenstein 2: The New Colossus.

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Sebastian Weber
Sebastian Weber

Seit den ersten Pixelmännchen auf einem Commodore PET, liebt Sebastian Videospiele und hat heute vom PC, über Xbox One, PlayStation 4 bis hin zur Nintendo Switch alles zu Hause stehen, was virtuelle Welten auf den Bildschirm bringt. Dabei sind vor allem Rollenspiele und Action-Titel die erste Wahl.