Crackdown 3-Multiplayer: Sprengmeister-Simulator 2019

In wenigen Tagen erscheint Crackdown 3 für Xbox One und PC. Wir hatten die Gelegenheit, uns vorab in den chaotischen Mehrspielermodus zu stürzen.

  • von Oliver Schmiedchen am 01.02.2019, 15:01 Uhr
Crackdown-3-Header

Nach langem Warten und zahlreichen Verschiebungen erscheint Crackdown 3 voraussichtlich am 15.02.2019. Mit an Bord hat die 3rd Person-Action einen kompetitiven Multiplayer-Modus, in dem Fünferteams in zwei verschiedenen Spielmodi gegeneinander antreten. Einen davon durften wir auf einem Preview-Event von Microsoft anspielen.

Mach kaputt, was dir im Weg steht

Eine besonderes Feature des Mehrspielermodus von Crackdown 3 ist die Möglichkeit, so ziemlich die kompletten Levels zerstören zu können. Ein Gegner geht hinter einer Wand in Deckung? Kein Problem, eine Salve aus dem Raketenwerfer oder eine aufgeladene Nahkampfattacke, und der Raumtrenner ist Geschichte.

Damit ist aber noch nicht Schluss, auch ganze Gebäude können fachgerecht zerlegt werden. Das Resultat: Wir sind nirgends wirklich sicher, was den hektischen Gefechten eine zusätzliche Dynamik verleiht.

Allerdings spielte die Zerstörung im spielbaren Agent Hunter-Modus, der an “Kill Confirmed” aus Call of Duty erinnert, taktisch keine große Rolle. Das liegt daran, dass die Spielcharaktere sich sehr schnell bewegen können und dank Fähigkeiten wie Doppelsprüngen und einem Dash-Move sowieso nicht lang an einem Punkt verweilen.

Zusätzlich gibt es noch zahlreiche über die Karte verteilte Sprungpads, die uns in Sekundenbruchteilen über die gesamte Map katapultieren. Bevor wir also eine Brücke passgenau über dem Kopf eines Gegners zerstören können, ist der im Normalfall längst über alle Berge.

In “Territories”, wo es gilt, vordefinierte Punkte zu verteidigen, wird die Zerstörung wahrscheinlich einen größeren Einfluss auf das Gameplay haben. Diesen Spielmodus nach klassischer Domination-Art konnten wir aber noch nicht anspielen.

I like to move it move it

Unabhängig vom Spielmodus gilt aber definitiv: Bewegung ist Trumpf. Camper werden in Crackdown 3 voraussichtlich wenig Spaß haben, gleiches gilt übrigens für alle, die Wert darauf legen, manuell zu zielen.

Ein Druck auf den linken Trigger unseres Xbox One-Controllers nimmt nämlich den Gegner in unserem Sichtfeld fest ins Visier. Danach heißt es nur noch “Feuer Frei”. Das klingt jetzt erst einmal nach einem Shooter mit Stützrädern, ganz so simpel ist die Sache aber nicht.

Sobald man nämlich per Lock-On auf einen Spieler zielt, bekommt dieser das Anhand eines Laserstrahls, der von der Position des Gegners bis zur eigenen Figur reicht, angezeigt. Es bringt also herzlich wenig, einen Gegner quer über die Map aufs Korn zu nehmen. Dieser weiß dann sofort, wo man selbst ist, und kann entsprechend reagieren.

Das bedeutet: Man sollte erst zielen, wenn man sich wirklich sicher ist, den Gegner überraschen und auch treffen zu können. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit macht das blitzschnelle Gameplay durchaus Laune. Zumindest, sofern unsere Figur sich nicht plötzlich in der Levelgeometrie verfängt oder sich, anstatt über eine Kante zu springen, an dieser festhält und partout nicht loslassen will. Beides kam in unserer Anspielsession mehrfach vor.

Waffen und Fertigkeiten

Die Waffenauswahl im Mehrspielermodus kommt leider etwas uninspiriert daher. Das ist insofern schade, als dass es in der Solo-Kampagne allerhand abgefahrener und innovativer Schießprügel zur Auswahl gibt. Das Ganze hat aber laut Art Director Dave Johnson einen ganz simplen Grund: Die Spielbalance im Multiplayer-Modus. Das ist zwar verständlich, schade ist es trotzdem.

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Im Mehrspielermodus können wir jeweils eine Projektilwaffe und eine Explosivwaffe sowie eine Spezialfertigkeit ausrüsten. Unter ersteren sind eine Pistole, eine MP, ein Sturmgewehr und eine Minigun zu finden, im Explosivbereich stehen mehrere Granat- und Raketenwerfer zur Verfügung. Die Waffen unterscheiden sich in den Bereichen effektive Reichweite und Feuerrate und darin, wie viel Schaden sie an Spielern bzw. an der Levelstruktur anrichten.

Zusätzlich stehen zwei Spezialfertigkeiten zur Verfügung: Ein Überschild, das Schaden absorbiert sowie ein Supersprung, der uns zig Meter in die Höhe katapultiert. Auf den Karten sind zudem goldene Orbs verteilt, mit der wir unsere Spezialfähigkeit zusätzlich aufladen können.

(Un-)Spektakuläre Action

Das alles funktioniert im Zusammenspiel sehr gut, trotzdem konnte mich der Mehrspielermodus nicht vollends überzeugen. Die verfügbaren Waffen sind allesamt sehr ähnlich und die Spezialfertigkeiten, von denen es im fertigen Spiel auch nur die beschriebenen zwei geben wird, gewinnen auch keinen Innovationspreis. Die zerstörbaren Maps sind zwar cool, bieten aber zumindest im Agent Hunter-Modus kaum zusätzliche Spieltiefe.

Zudem ging die Bildrate in den Matches mehrmals spürbar in die Knie, was aufgrund der zweckmäßigen, aber nicht spektakulären Grafik in den Mehrspielerpartien doch ein wenig verwundert (im Einzelspielermodus sieht Crackdown 3 übrigens besser aus und läuft stets flüssig). Dennoch hat mir der Multiplayermodus dank der teils filmreifen Gefechte ziemlich viel Spaß gemacht, ein Fragezeichen steht aber hinter der Langzeitmotivation.

Crackdown 3 kommt mit den erwähnten zwei Mehrspielermodi auf drei Maps, ein Progressionssystem wie in COD oder Battlefield 5 gibt es nicht. Ob das ausreicht, um auf Dauer für volle Multiplayer-Lobbies zu sorgen, wird sich noch zeigen.

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Oliver Schmiedchen
Oliver Schmiedchen

Gamer aus Leidenschaft, dabei seit PlayStation 1-Zeiten. Aktuell zuhause auf Xbox One und in Sachen VR auf dem PC. Hält die SEGA Dreamcast für die beste Konsole aller Zeiten. Feiert Musik von Gucci Mane über Led Zeppelin bis Adam Beyer.

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