Borderlands 3: Rückkehr des Lootshooter-Königs?

Mit Borderlands 3 steht die größte Hoffnung für alle Lootshooter-Fans ins Haus. Wir durften auf Einladung von 2K Games beim Reveal in Los Angeles als Erstes selbst Hand anlegen und sagen soviel: Der Wahnsinn ist wieder da!

  • von Carlo Siebenhüner am 01.05.2019, 20:00 Uhr

In diesem Artikel zu Borderlands 3 erfahrt ihr:

  • wo Borderlands 3 der Serie treu bleibt
  • an welchen Stellschrauben gedreht wird
  • was es alles Neues in Borderlands 3 gibt

Das Lootshooter-Genre ist bereits seit vielen Jahren schwer im Trend. Mit The Division, Anthem oder Destiny gibt es einige hochkarätige Vertreter, mit denen die Fans viel Spaß haben. Doch findet man in den Kommentarbereichen zu diesen Spielen trotzdem immer wieder eine bestimmte Frage: »Wann kommt eigentlich Borderlands 3?«

Inhaltsverzeichnis

Der Erfinder des Lootshooter

Als Entwickler Gearbox Entertainment im Jahr 2009 seinen »Genre-Mix« Borderlands auf den Markt bringt, sind die Kritiker und Spieler uneins. Die Verbindung zwischen Ego-Shooter und dem aus Diablo bekannten Lootsystem überzeugt, hat aber noch einige Ecken und Kanten.

Diese werden mit dem zweiten Teil größtenteils ausgemerzt und machen Borderlands 2 zu einem stimmigen Gesamtpaket. Der Mix aus Gegner plätten, leveln und Ausrüstung sammeln fesselt an den Bildschirm und die Story mit ihren durchgeknallten, aber liebenswürdigen Charakteren tut dazu ihr übriges. Auch beim Vorgänger-Nachfolger Borderlands: The Pre-Sequel zündet diese Mischung wieder, die durch Schwerelosigkeit eine neue Ebene hinzugewonnen hat.

Borderlands 3 tritt also in große Fußstapfen, die es nicht ausfüllen, sondern erweitern will. Auf Einladung von 2K Games konnten wir in Los Angeles beim weltweit ersten Hands-On dabei sein, um euch einen exklusiven Einblick in die wahnwitzige Welt von Borderlands 3 zu geben.

Borderlands 3 – Weiter geht der Wahnsinn

Borderlands 3 setzt einige Jahre nach dem Ende des Pre-Sequels und des Telltale-Adventures »Tales from the Borderlands« an. Auf Pandora, dem Planeten, auf dem schon die Vorgänger spielten, hat sich der Kult der »Children of the Vault« ausgebreitet. Angeführt von den Geschwistern Troy und Tyreen Calypso rekrutieren sie zahlreiche Kammerjäger und Banditen. Dabei wird jeder umgenietet, der im Weg steht.

Tyreen ist eine Sirene und hat die nützliche Fähigkeit, die Lebenskraft anderer Lebewesen auszusaugen und sich einzuverleiben. Da trifft es sich natürlich gut, dass in den geheimnisvollen Vaults, die über Pandora verteilt sind, jedes Mal ein mächtiges Monster lauert. Ganz nebenbei ist sie übrigens Pandoras nervigste Influencerin, die ihre Fans ständig dazu aufruft, alles zu liken – Das allein ist schon ein Grund sie zu stoppen.

Das tut ihr als einer der besagten Kammerjäger, die sich nicht haben einlullen lassen. Ihr habt wie gewohnt die Auswahl zwischen vier verschiedenen Klassen: Gunner, Sirene, Beastmaster und Operative. Dabei hat der Gunner einen Mech zur Verfügung, die Sirene verfügt über besondere Kräfte, der Beastmaster kann verschiedene Tiere beschwören und der Operative hantiert mit zahlreichen Gadgets herum.

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Borderlands-Veteranen werden sich sofort wohlfühlen, da ihr wieder ein Mitglied der Rebellengruppe Crimson Raiders werdet und dabei auf vermutlich viele liebgewonnene Charakter der Vorgänger stoßt.

Dazu gehören natürlich Claptrap, der sarkastische Roboter, der unter wahnwitziger Selbstüberschätzung leidet und euch zum Start ins Spiel bringt. Aber auch Lillith, Borderlands 1-Heldin, “Firehawk” aus Teil 2 und jetzt Anführerin der Crimson Raiders, Sir Hammerlock und sogar die Charaktere aus dem Spin-Off »Tales from the Borderlands« sind mit an Bord.

So spielt sich Borderlands 3 ein bisschen wie ein Best-Off. In unserer ersten Gameplay-Session haben wir aber auch bereits neue, liebenswürdige Köpfe getroffen, wie die kaffeesüchtige Lorelei, der wir in einer Nebenquest ihr geliebtes, schwarzes Gold auftreiben sollen.

Pandora ist nur der Anfang

Bereits das Ende von Borderlands 2 hat es angedeutet und im Hands-On wurde es bestätigt: In Borderlands 3 seid ihr nicht nur auf Pandora unterwegs, sondern auf verschiedenen Planeten.

Ab einem bestimmten Punkt im Spiel bekommt ihr ein eigenes Raumschiff namens “Sanctuary 3” zur Verfügung gestellt. Das bietet Platz für alles, was man unterwegs so braucht. Vom Waffenhändler über die Krankenstation bis hin zu eurem eigenen Raum, den ihr mit Trophäen von besiegten Gegnern und euren gefundenen Waffen ausstatten könnt.

Alles in allem erinnert es von der Ausstattung her also ein bisschen an die Raumschiffe, die ihr in der Mass Effect-Reihe euer Zuhause nennt. Der Name ist zudem eine Anspielung auf die schwebende Stadt Sanctuary aus Borderlands 2, die ebenfalls als Basis gedient hat.

Auf der Brücke wählt ihr eure nächsten Reiseziele aus, zu denen ihr aufbrechen könnt. Euer Schiff bleibt anschließend immer in der Umlaufbahn der Planeten. Dieses System bietet sich natürlich perfekt für zukünftige Erweiterungen an und wir vermuten stark, dass in den bereits angekündigten DLCs auch neue Planeten hinzukommen werden.

Borderlands 3 und sein Waffenwahnsinn

Doch kommen wir endlich zum Herzstück eines jeden Lootshooters: Dem Kampf- und Lootsystem. Hier lässt Entwickler Gearbox seine Muskeln spielen und nutzt die Erfahrung der Vorgänger. Bereits Borderlands 2 und das Pre-Sequel boten euch knallige Kämpfe und tonnenweise Loot, meistens in Form von Waffen.

Die Kämpfe in Borderlands 3 haben nochmal mehr Wucht. Selbst mit der kleinsten Erbsenpistole habt ihr stets das Gefühl, dass ihr euren Gegnern zusetzt und spätestens bei den viel zahlreicher eingesetzten Mini-Bossen explodiert es an jeder Ecke.

Fast jede Waffe besitzt einen zweiten Feuermodus, der euch mehr Möglichkeiten gibt, Schabernack zu treiben. In der erste Präsentation führte Gearbox beispielsweise eine Pistole vor, die neben normaler Munition auf Knopfdruck auch Mini-Raketen verschießen konnte und so selbst gegen größere Feinde effizient war. Damit entgeht Borderlands dem Problem einiger Lootshooter, das kleinkalibrige Waffen auf Dauer sinnlos werden.

Wo wir gerade beim Waffendesign sind: Das ist abgefahrener denn je. Borderlands 3 nimmt das System der verschiedenen Waffenhersteller, die euch verschiedene Gimmicks bieten und tobt sich aus. Von flummiartig umherspringenden Granaten bis hin zum zielsuchenden Sturmgewehr ist wieder alles dabei. Unser Favorit ist aber das kleine Sturmgewehr mit Beinchen, das wie auf Speed um eure Gegner läuft und sie beschießt.

Zusätzliche Tiefe bekommt das Waffensystem durch verschiedene Umweltschäden, was Fans der Reihe bereits aus den Vorgängern kennen. Ist euer Gegner beispielsweise resistent gegen Feuer, packt ihr eben eure Säuremunition aus oder beschießt ihn mit dem neuen Strahlungsschaden und schmälert so zusätzlich die Lebensleiste eurer Gegner. Borderlands 3 feuert für euch waffentechnisch ein riesengroßes Feuerwerk ab.

Das neue Lootsystem in Borderlands 3

Doch Moment: Erst müsst ihr diese Waffen überhaupt in eure Finger bekommen und das war in Borderlands gar nicht so einfach. Bisher stand euer Loot nämlich all euren Koop-Begleitern zur Verfügung. Da kam es durchaus vor, dass eure Kumpel euch die Waffe vor der Nase weggeschnappt haben. Das gehört in Borderlands 3 der Vergangenheit an.

Mit Borderlands 3 führt Gearbox ein neues, instanziertes Loot & Levelsystem ein. Jeder Spieler in eurer Gruppe bekommt dabei eine auf ihn abgestimmte Version der Ausrüstung zu Gesicht. Seid ihr beispielsweise noch auf Level 11 und euer Freund bereits auf Level 34 unterwegs, bekommt jeder seinen eigenen Loot, abgestimmt auf die eigene Charakterstufe.

Dieses System bezieht sich ebenfalls auf die Gegner. Während ihr gegen einen Feind auf eurem Level schießt, skaliert das Spiel die Stärke für eure Koop-Partner nach oben. So vermeidet Borderlands 3, dass es für hochrangige Spieler langweilig wird, wenn der Host der Spielsession noch Anfänger ist.

Für alle alten Hasen, die diesem »neumodischen Firlefanz« nicht viel abgewinnen können, steht aber zusätzlich noch das altbekannte Gegner- und Lootsystem zur Verfügung. Da könnt ihr wie gewohnt euren Freunden die Waffen unter dem Hintern wegmopsen und euch als übermächtiger Held euren Anfänger-Freunden zu Hilfe eilen.

Wo hakt es noch in Borderlands 3

Doch ist nicht alles Gold auf Pandora und Umgebung, denn bei einigen Sachen sollte Gearbox bis Release noch etwas Hand anlegen. Die Grafik macht zwar eine guten Figur. Durch den bekannten Cel-Shading-Look fühlt ihr euch sofort zuhause und natürlich macht Borderlands 3 einen grafischen Schritt nach vorne.

Zumindest bis ihr in die Gesichter der NPCs schaut. Die sind leider noch immer arg hölzern und ohne Ausdruck. Das wird vom tollen Charakterdesign leider noch unterstrichen, denn was nützt ein lustig geschriebener Questgeber, wenn sich nichts davon in seiner Mimik abspielt. Hoffentlich wird hier noch nachgebessert.

Ebenfalls bleibt abzuwarten, ob Gearbox es schafft, die Aufgaben mit genug Abwechslung zu füllen. Mit noch mehr Inhalt als noch in Borderlands 2 muss eine Menge an kreativen Ideen her. Schlussendlich läuft es in einem Lootshooter zwangsläufig auf ein Gefecht hinaus, deswegen muss zumindest das Drumherum unterhalten.

Nichtsdestotrotz macht Borderlands 3 aber schon jetzt sehr viel richtig. Das Kampfsystem ist knalliger als je zuvor, die Story hält durch ihre durchgeknallten Charaktere und Bösewichte ein bekannt hohes Niveau und das verbesserte Lootsystem fügt faire Neuerungen ein.

Wir können also endlich die ewige Frage aus den Kommentarbereichen dieser Welt beantworten: Borderlands 3 kommt am 13. September für PlayStation 4, Xbox One und PC und ja, die Zeichen stehen gut, dass euch hier ein wahnsinnig guter Lootshooter erwartet.

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Carlo Siebenhüner
Carlo Siebenhüner

Ein langer Weg liegt schon hinter Carlo. Mit Sonic ist er damals auf dem Mega Drive um die Wette gerannt, hat sich »volles Pfund aufs Maul« in Gothic gegeben, baut regelmäßig neue Städte bei Anno und verteilt auch immer mal Headshots in Battlefield (oder versucht es zumindest ;-) ).

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