Blizzard schießt gegen Overwatch Cheat-Software aus Deutschland

Spielehersteller Blizzard hat wegen der Overwatch-Cheat-Software Watchover Tyrant in Kalifornien Klage gegen die deutsche Bossland GmbH eingereicht.

  • von Stephan Freundorfer am 05.07.2016, 11:07 Uhr

Das Zwickauer Unternehmen Bossland ist erneut ins Visier von Spielehersteller Blizzard geraten: Seit Jahren ziehen die Diablo- und World of Warcraft -Macher gegen Bossland wegen deren Bots (also Programme, mit denen sich bestimmte Aktionen in MMORPGs automatisieren lassen) vor deutsche Gerichte. Mit bislang leidlichem Erfolg, wie Bossland auf der Startseite des Unternehmens stolz verkündet.

Nun versuchen die Blizzard-Anwälte ihr Glück in der Heimat: Am 1. Juli hat man Klage beim California Central District Court eingereicht. Diese dreht sich um vier Bots, mit denen Nutzer von World of Warcraft, Diablo 3, Heroes of the Storm und Hearthstone ihr Spiel automatisieren und laut Klageschrift „zu ihrem Wettbewerbsvorteil manipulieren“ können. Stärker scheint den Kaliforniern aber gerade die Software Watchover Tyrant aufzustoßen, mit der sich im jüngsten Blizzard-Bestseller Overwatch cheaten lässt.

Blizzard prangert vor allem Copyright-Verstöße und den Handel mit Technologien, die zur Umgehung von Blizzards Anti-Cheat-Technologien gedacht seien, an. Man beklagt, dass aufgrund der Hacks von Bossland Blizzard Millionen und Abermillionen US-Dollar an Einnahmen verlöre und irreparabler Schaden an Ruf und Firmenwert entstünde.

Und das sei vor allem im Fall Overwatch dramatisch, das die „Beschuldigten zu zerstören oder zu schädigen versuchen, noch bevor das Spiel überhaupt die Chance hatte, zur vollen Blüte zu gelangen.“

Stephan Freundorfer
Stephan Freundorfer