Spieler boykottieren Blizzard nach Bann von Hearthstone-Profi

Blizzard sperrte den Hearthstone-Profi "blitzchung" wegen eines politischen Statements. Spieler aus aller Welt kritisieren die Entscheidung scharf.

  • von eSport Studio am 11.10.2019, 13:43 Uhr

Vor einigen Tagen entfernte Blizzard den Hearthstone-Profi Chung “blitzchung” Ng Wai aus dem Hearthstone Grandmasters-Turnier, nachdem er in einem Interview Partei für die Demonstranten in Hong Kong ergriff. Eine umstrittene Entscheidung, die von vielen Fans verurteilt wird.

blitzchungs Statement und Blizzards Reaktion

Im Interview nach seinem Sieg bei einem Hearthstone-Turnier zeigte der Profi-eSportler blitzchung Solidarität mit den Demonstranten, die in Hong Kong für ihre Rechte eintreten. Dabei trug er Maske und Skibrille und rief zum Abschied: “Befreit Hong Kong. Die Revolution unseres Zeitalters!”

Eine bewusst provokant gewählte Botschaft, durch die sich Blizzard zum Handeln gezwungen sah. Als Konsequenz aus der Verletzung der Turnierregeln wurde blitzchung umgehend aus dem Turnier entfernt und all sein Preisgeld aberkannt. Des Weiteren wurde eine einjährige Sperre verhängt, die den Profi von allen Wettbewerben der nächsten zwölf Monate ausschließt. Auch die beiden Caster, die das Interview mit blitzchung führten, wurden entlassen.

Das perfekte Equipment für dein Gaming-Erlebnis!
Romer-G-Switches und kein unnötiger Schnickschnack: Die mechanische Gaming-Tastatur G413.
LOGITECH G413, Gaming Tastatur, Mechanisch, Logitech Romer G
LOGITECH G413, Gaming Tastatur, Mechanisch, Logitech Romer G
€ 65.99

Hong Kong ist faktisch kein eigenes Land, sondern eine Sonderverwaltungszone in der Volksrepublik China. Das bedeutet, dass die Metropole über eine eigene, unabhängige Regierung verfügt. Trotzdem hat China viel politische Macht in Hong Kong. Seit April versammeln sich immer wieder Hunderttausende Menschen auf den Straßen Hong Kongs, um für ihre Rechte zu demonstrieren, da sie den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung fürchten.

Spieler rufen zum Boykott auf

Während Blizzard die Situation für entschärft hielt, interpretierten viele Fans den Bann von blitzchung als Affront gegen die gesamte Spielerschaft. Dabei werfen Sie dem Entwickler vor, finanzielle Interessen über ihre Grundsätze und grundlegende Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit zu stellen.

Die Gaming-Branche ist in China besonders umsatzstark und ein Verbot von Blizzard-Spielen durch die chinesische Regierung könnte für den Entwickler zu großen Umsatz-Einbußen führen. Eine reelle Gefahr, da die Meinungsfreiheit in der Volksrepublik China durch die Kontrolle von Medien und Meinungsäußerungen beschränkt wird.

Unter dem Hashtag #BoycottBlizzard formierten sich Spieler aus aller Welt, um ihre Solidarität mit blitzchung zu bekunden und Blizzard ins Gewissen zu reden. In sozialen Netzwerken wie Twitter und Reddit teilten Tausende Fans Bilder und Videos, wie sie ihre Activision Blizzard-Spiele deinstallierten oder Vorbestellungen für kommende Titel wie Warcraft 3 Classic, Call of Duty Modern Warfare oder Overwatch für die Nintendo Switch stornierten.

Eine ganz besondere Maßnahme bereitete die Overwatch-Community vor. Unter dem Motto “The World’s worth fighting for” machten sie die chinesische Heldin Mei mit zahlreichen Fanarts und Memes zu einem Maskottchen für die Hong Kong-Proteste. Auf diese Weise hoffen die Fans, einen Overwatch-Bann in China zu erwirken und so den Druck auf Blizzard zu erhöhen.

Ob die massive Kritik an Blizzards Maßnahmen Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten. Bislang fehlt eine offizielle Stellungnahme seitens der Entwickler.

von Constantin Krüger

Besucht uns auf Facebook und Instagram und diskutiert mit uns über eure Lieblingsspiele.

eSport Studio
eSport Studio

Das Ziel des mittlerweile 20-köpfigen Teams des eSport Studios ist es, den eSport zusammen mit seinen Partnern multimedial erlebbar zu machen! Die in Hamburg ansässige Redaktion berichtet in Zusammenarbeit mit starken Partnern über das alltägliche eSport-Geschehen.

Passende Produkte

Produkte im nächsten MediaMarkt entdecken