Berlinale: Sind Uncharted & Metal Gear die Zukunft des Action-Kinos?

Ab dem 7. Februar 2019 steht Berlin dank der Berlinale wieder über eine Woche ganz im Zeichen des Kinos. Passend zum Filmfestival werfen wir einen Blick in die Zukunft der Games-Verfilmungen.

  • von Benjamin Hillmann am 07.02.2019, 12:06 Uhr
Neue Screenshots aus Uncharted: The Lost Legacy

Vom 07. bis 17. Februar läuft dieses Jahr die 69. Berlinale in der deutschen Hauptstadt, auf der unzählige Kinofilme aus der ganzen Welt Premiere feiern. Cineasten sind also gerade in Feierstimmung. Aber wie sieht es eigentlich bei Spiele-Fans aus, die weiterhin auf eine gelungene Games-Verfilmung hoffen?

Wir haben uns deswegen Gedanken darüber gemacht

  • welche Videospiel-Verfilmungen sich gerade in Produktion befinden
  • warum vor allem sie den “Fluch” schlechter Games-Filme brechen könnten

Den folgenden drei Filmprojekten drücken wir in dieser Hinsicht auf jeden Fall die Daumen!

Inhaltsverzeichnis

  1. Uncharted mit Tom Holland als junger Nathan Drake
  2. Metal Gear Solid mit Kojimas Kumpel auf dem Regiestuhl
  3. Netflix’ The Witcher-Serie mit Superman Henry Cavill

1. Uncharted mit Tom Holland als junger Nathan Drake

Die Verfilmung der erfolgreichen PlayStation-Reihe Uncharted steht auf den ersten Blick eigentlich unter keinem guten Stern. Das erste Kinoabenteuer von Schatzsucher Nathan Drake befindet sich nämlich inzwischen seit über einem Jahrzehnt in der Vorproduktionshölle. Diverse Regisseure und Schauspieler waren über unterschiedliche Zeiträumen an dem Projekt beteiligt.

Eine Zeit lang arbeitete American Hustle-Regisseur David O. Russell an dem Film, der mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle eine Art Familiensaga aus dem Stoff machen wollte. Russell verließt das Projekt im Jahr 2011. Drei (!) weitere Regisseure taten es ihm in den Folgejahren gleich.

2017 machte schließlich die Meldung die Runde, dass Spider-Man-Star Tom Holland einen jungen Nathan Drake verkörpern wird, der sein erstes Abenteuer in einer Art Prequel-Geschichte zu den Spielen erlebt. Obendrein spielt gerüchteweise Breaking Bad-Star Bryan Cranston ebenfalls eine Rolle im Film. Wir tippen dabei auf Nates väterlichen Freund Victor “Sully” Sullivan.

Eine weitere gute Nachricht sorgte Anfang 2019 für Schlagzeilen: 10 Cloverfield Lane-Regisseur Dan Trachtenberg übernimmt das kreative Ruder des Projekts. Dieser ist nicht nur ein fähiger Filmemacher, sondern auch ein echter Games-Kenner. Sein Ticket nach Hollywood war unter anderem ein cooler Fan-Film zum Puzzle-Shooter Portal.

Wir haben die Hoffnung, dass mit dem neuen Regisseur und der “Die Abenteuer des jungen Nathan Drake”-Prämisse sich die Uncharted-Verfilmung zu einem eigenständigen, runden Werk entwickelt. Anstatt zu einem faden Abklatsch der Spiele. Die vier Hauptteile der Uncharted-Reihe haben zudem Nathans Kindheit nur sehr bruchstückhaft thematisiert. Hier gibt es also genug erzählerische Lücken, die sich mit spannenden Geschichten füllen lassen.

Falls noch nicht gesehen, empfehlen wir euch außerdem den Uncharted-Kurzfilm mit Nathan Fillion, mit dem sich der Fan-Liebling letztes Jahr für die Drake-Rolle empfohlen hat. Der Firefly-Star wurde unter Fans lange als Idealbesetzung für eine Verfilmung gehandelt, da sich der echte und der virtuelle Nathan den ein oder anderen Charakterzug teilen.

2. Metal Gear Solid mit Kojimas Kumpel auf dem Regiestuhl

Ähnlich wie im Fall Uncharted, geistern bereits seit langem Gerüchte um die Verfilmung der eigenwilligen Schleichspiel-Reihe Metal Gear Solid über die Flure Hollywoods. Ursprünglich angekündigt wurde das Filmprojekt im Jahr 2006 von Metal Gear-Schöpfer Hideo Kojima höchstpersönlich. Bis 2014 steckte das Projekt nach mehreren Fehlzündungen aber in der Startphase fest.

Wirklich an Fahrt hat der Metal Gear-Film ironischerweise erst wieder aufgenommen, nachdem Kojima sich 2015 infolge der Veröffentlichung von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain von Spiele-Publisher Konami trennte. Zu dieser Zeit hatte sich bereits Regisseur Jordan Vogt-Roberts (Kong: Skull Island) die Aufsicht über die Weiterentwicklung des Filmes bei Sony Pictures gesichert.

Der Witz daran ist folgender: Game-Designer Hideo Kojima musste die Spiele-Reihe, mit der er bekannt geworden ist, zwar bei Konami zurücklassen. Die Rechte der Verfilmung hält mit Sony aber nun ausgerechnet das Unternehmen, das auch Kojimas neues Spiel Death Stranding finanziert. Obendrein sind der Metal Gear-Schöpfer und Filmregisseur Vogt-Roberts inzwischen echt gute Freunde, was diverse Social-Media-Beiträge und gemeinsame Podiumsdiskussionen belegen.

Um Aufmerksamkeit für den Metal Gear-Film zu generieren und die Entscheider bei Sony Pictures von einer authentischen Umsetzung des Spiels zu überzeugen, veröffentlichte Vogt-Roberts zum 31. Geburtstag des ersten Metal Gear 31 Artworks, die als mögliche Inspiration für seine Adaption dienen sollen.

Obendrein hat er die englischen Sprecher von Figuren wie Roy Campbell, Sniper Wolf und Revolver Ocelot dafür begeistern können, Videobotschaften anlässlich des Jubiläums aufzunehmen. Ein emotionaler Beitrag von Snakes ursprünglichem Sprecher David Hayter war in dieser Hinsicht das Sahnehäubchen.

Vogt-Roberts brennt für Metal Gear Solid wie kein anderer Filmemacher in Hollywood. Mit Kojima als Berater im Rücken und dem Willen, Metal Gear in all seiner “Einzigartigkeit” auf die Leinwand zu bringen, könnte die Verfilmung etwas ganz Großes werden. Sofern sie es durch den Freigabeprozess der Investoren schafft.

Metal Gear Solid war bereits in der Vergangenheit gefühlt oft mehr Film als Spiel. Was auch daran liegt, dass Kojima ein bekennender Cineast ist, der viele Referenzen auf alte und neue Kinoklassiker in seine Werke einstreut. Genug Erzählstoff für eine ganze Reihe von Kinoablegern – alleine die Endsequenz des vierten Teils hatte Spielfilmlänge (!) –  bietet das aberwitzige Universum in jedem Fall.

3. Netflix’ The Witcher-Serie mit Superman Henry Cavill

Bei unser letzten Verfilmung handelt es sich nicht um einen Kinofilm, sondern um eine Serie. Im Grunde geht es auch nicht um eine direkte Videospieladaption, sondern die Umsetzung einer Roman-Reihe, auf der eben auch eine gefeierte Rollenspiel-Trilogie basiert. Die Rede ist natürlich von den The Witcher-Büchern des polnischen Autors Andrzej Sapkowski.

Diese sind außerhalb der Games-Welt vor allem als Geralt-Saga oder auch Hexer-Saga bekannt und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Was wiederum natürlich den Videospielen zu verdanken ist. Netflix möchte auf den Erfolgszug aufspringen und hat im Mai 2017 eine entsprechende Serien-Adaption angekündigt.

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#Geralt #TheWitcher #Netflix @Netflix

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Im vergangenen Jahr wurde schließlich der Cast der ambitionierten Fantasy-Serie enthüllt und sorgte gleich für mehrere Kontroversen. Mit Superman-Darsteller Henry Cavill als Geralt von Riva konnten sich die meisten Fans durchaus anfreunden. Der erste Teaser mit offensichtlicher Grauhaar-Perücke und fehlendem Bartwuchs sorgte bei einigen allerdings für Unmut.

Außerdem führten Gerüchte über die Hautfarbe der möglichen Ciri-Darstellerin zu Diskussionen, da Netflix in Kontrast zu den Büchern und Spielen womöglich nach einer nicht-weißen Cirilla Ausschau hielt. Mit der Besetzung von Freya Allan löste sich diese Debatte allerdings in Luft auf.

Was jeder Fan im Hinterkopf behalten sollte: Netflix’ Team um Showrunner Lauren S. Hissrich schafft eine eigene Interpretation der Witcher-Welt, die sich – genau wie die Spiele – inhaltliche Freiheiten gegenüber dem Originaltext nimmt. Nur weil etwas oder jemand anders aussieht als in The Witcher 3, heißt das also nicht, dass es zwangsläufig schlechter wird.

Beispielsweise tritt Hauptfigur Geralt in den Romanen meistens glattrasiert auf, weil ihn juckender Bartwuchs schlicht nervt. Netflix’ Version bleibt in dieser Hinsicht also einfach nur dem Original treu. Welcher Storyline die Serie folgt, ist aktuell noch nicht bekannt.

Die offizielle Inhaltsangabe verrät lediglich, dass sich die Serie um Hexer Geralt dreht, der in einer Welt seinen Platz sucht, in der Menschen manchmal boshafter sind als die zur Jagd freigegebenen Monster. Wir finden, dass sich The Witcher hervorragend als Vorlage für eine Serie eignet. In diesem Format lassen sich längere Plots perfekt mit wortwörtlichen “Monster of the Week”-Episoden mischen. Mehr Potenzial als die polnische Filmversion von 2001 hat das Netflix-Projekt auf jeden Fall.

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Benjamin Hillmann
Benjamin Hillmann

Zuhause zwischen Star Wars, Hellboy-Comics & Klängen von Nick Cave. Geht gerne mit Nathan Drake auf Schatzsuche. Gefühlt geistig verkoppelt mit David Lynch & Hideo Kojima.

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