Anthem: Gameplay-Analyse und alle Infos zum BioWare-Shooter

Mit zwei Videos hat BioWare bei der E3 das neue Open-World-Spiel Anthem vorgestellt. Wir analysieren die Videos noch einmal im Detail.

  • von Patricia Geiger am 12.06.2017, 14:39 Uhr

Mit einem ersten kurzen Teaser zu Anthem, das vor der E3 noch als mysteriöses Project Dylan bekannt war, hat BioWare das neue Open-World-Spiel bei der EA-Play-Pressekonferenz enthüllt, ohne dabei wirklich viel über das Spiel zu verraten.

Aus den 45 Sekunden des Teasers war lediglich herauszulesen, dass sich die Menschheit vor diversen Bedrohungen hinter einer riesigen Mauer in einer Stadt namens Fort Tarsus verschanzt hat. Überwucherte Gebiete und bewachsene Ruinen deuteten darüber hinaus auf ein postapokalyptisches Szenario des Spiels hin.

Das verrät die Webseite

Erste Informationen zur Geschichte des Spiels und des eigenen Charakters liefert die Webseite zu Anthem. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Freelancern. Sie scheinen eine Art Söldner zu sein, die sich außerhalb der Mauer für Bezahlung in Gefahr begeben. Sie erforschen dabei die überwucherten Landschaften, die über eine  »urzeitliche Schönheit« verfügen, wie es auf der Seite heißt. Eine bisher noch nicht genauer vorgestellte Macht schmiedet Pläne, um die Menschheit zu erobern, was die Freelancer zu verhindern versuchen. Der Schlüssel zum Sieg könnte in einer der vergessenen Ruinen liegen, die darauf warten, erforscht zu werden.

Die Webseite bestätigt auch, dass es sich bei Anthem um ein Shared-World-Action-Rollenspiel handelt. Ein Konzept, das unter anderem auch bei Destiny zum Einsatz kommt. In BioWares neuem Spiel können bis zu vier Spieler als Team in die unbekannten Weiten der Spielwelt aufbrechen. Wer lieber alleine loszieht, kann Anthem aber auch komplett im Singleplayer in Angriff nehmen.

Auch einen ersten Hinweis auf ein Lootsystem gibt es bereits. Auf der Seite heißt es: »So, wie dich deine Freunde bei deiner Reise unterstützen, kommen auch deine Erfolge und Belohnungen deinen Freunden zugute.« Es scheint sich also in Anthem durchaus auszuzahlen, nicht alleine, sondern als Gruppe aufzubrechen.

Die Spielwelt selbst wird ebenfalls kurz vorgestellt. Dabei ist unter anderem von sogenannten »Shaper Storms« die Rede, durch die sie die Umgebung verändern soll. Die wird sowohl von wilden Bestien als auch von skrupellosen Plünderern bevölkert. Aber auch die eigenen Entscheidungen sollen das Potenzial haben, die Welt zu verändern. Wie genau das aussiehen könnte, ist zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt.

Deutlich ergiebiger als der Teaser war dann auch die Gameplay-Premiere des Spiels auf der Xbox-Bühne. Hier wurde auch gleich das Potenzial von Microsofts neuer Konsole Xbox One X gezeigt, für die das Spiel auf jeden Fall optimiert wird. In Bezug auf die PlayStation 4 Pro gibt es bisher zwar noch keine Informationen, aber auch hier wird BioWare mit Sicherheit die entsprechenden Grafikupgrades gegenüber der normalen PS4-Fassung liefern.

Das verrät das Gameplay

Zu Beginn der kurzen Gameplay-Sequenz trifft der Freelancer einen Mann namens Praxley. Er hat Arbeiter angeheuert, um ein Problem aus der Welt zu schaffen, die dann allerdings in der Wildnis verschollen sind. Der Freelancer soll die Arbeiter nun retten. Auf dem Marktplatz von Fort Tarsus sehen wir neben zahlreichen Verkaufsständen unter anderem auch einen riesigen Roboter, der offenbar für Transportaufgaben bestimmt ist und dessen Form in groben Zügen an einen Dinosaurier erinnert.

Der Freelancer steigt im Anschluss direkt in einen der Javelin genannten Exo-Suits. Dabei wird auch klar, dass dem Spieler unterschiedliche Anzugklassen zur Verfügung stehen. Eine davon trägt den Namen Colossus, die andere den Namen Ranger. Die Anzüge verleihen den Menschen dabei übermenschliche Fähigkeiten.

Unabhängig von der Klasse können die Anzüge mit diversen Upgrades ausgestattet werden. Das gilt sowohl für die Funktionsweisen als auch für das Aussehen der Javelins. Zu den möglichen Waffen des Colossus-Anzugs gehört unter anderem ein Mörser. Standardmäßig scheinen jedoch alle Anzüge mit einem Jetpack ausgerüstet zu sein, wie man es auch aus Mass Effect Andromeda kennt.

Die Anzüge unterscheiden sich nicht nur durch ihre Upgrades, sondern dadurch auch direkt durch unterschiedliche Spielstile. Der Ranger ist ein Allrounder, während der Colossus seinem Namen entsprechend als Tank einzuordnen ist.

Außerhalb von Fort Tarsus sehen wir bereits im Landeanflug der Freelancer eine Herde größerer Tiere, die an Nashörner erinnern. Etwas später bekommen wir einen ersten Einblick in die dynamische Welt von Anthem, in der sich auch die unterschiedlichen Bestien gegenseitig bekämpfen. 

Anthem hat jedoch nicht nur Landschaften zu bieten, sondern auch eine ausgeprägte Unterwasserwelt. Die Javelins übernehmen also nicht nur die Rolle von Kampf-, sondern auch von Tauchanzügen.

Kurz darauf sehen wir die erste richtige Kampfsequenz von Anthem. Die Freelancer ziehen gegen eine Fraktion namens Scars in die Schlacht, die auch von einer schweren Einheit unterstützt werden. Neben einer Schrotflinte, die zuvor schon zu sehen war, kommt hier auch eine Art Scharfschützengewehr zum Einsatz. Wie viel Munition noch übrig ist, sieht der Spieler nur bei angelegter Waffe.

Zusätzlich tauchen im HUD am unteren Rand des Bildschirms noch Symbole für Spezialfähigkeiten des Javelin-Anzugs auf. Zur Ausrüstung des Rangers zählen dabei unter anderem zielsuchende Raketen.

Das weiter oben angedeutete Lootsystem bekommen wir ebenfalls zu sehen sowie Hinweise auf Crafting. Aus einer Kiste erhält einer der Spieler Scherben eines Werksstoffs namens Brynnium. Nach Abschluss des Kampfs gibt es dann den ersten richtigen Loot, ein legendäres Volt Rifle namens Jarra’s Wrath. Damit ist auch schon klar, dass es in Anthem unterschiedliche Seltenheitsgrade bei der Ausrüstung geben wird.

Am Ende des Gameplay-Clips sehen wir einen der auf der Webseite angekündigten Shaper Storms, die zum dynamischen Wettersystem von Anthem gehören. Um dem Sturm zu trotzen, wird das Spielersquad von zwei auf vier erhöht. Mit voller Besetzung laufen die Freelancer in Richtung des Sturms. Dabei schlagen den Spielern Äste entgegen und die Tiere flüchten vor dem Naturereignis. Neben starkem Wind gehören auch Blitzschlag und Regen zum Sturm.

Wie genau und ob die Stürme überhaupt beendet werden können, ist nicht klar, denn hier endet die Gameplay-Premiere. Einen ersten Anhaltspunkt bietet jedoch die Tatsache, dass das komplette Team in den Sturm fliegt. Es scheint also durchaus eine Möglichkeit zu geben, den Shaper Storm zu stoppen.

Eine Minimap sehen wir übrigens die ganze Zeit über nicht. Das kann jedoch verschiedene Gründe haben. Das Gameplay stammt aus der Alpha-Version von Anthem – gut möglich also, dass eine Karte schlichtweg noch nicht ins Spiel integriert wurde. Eine weitere Option ist, dass die Karte zu Demonstrationszwecken einfach ausgeblendet wurde und man als Spieler diverse Einstellungen am HUD vornehmen kann. Aber es kann auch sein, dass es einfach keine Minimap gibt und die Spieler die Welt ohne Anleitung erforschen sollen.

Anthem soll bereits 2018 erscheinen, einen konkreten Termin dafür gibt aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Wir vermuten jedoch, dass das Spiel erst im Herbst oder zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen wird.

We want YOU on Facebook! Werdet Teil unserer Community und bleibt immer auf dem Laufenden.

Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.