5 Gründe, warum Yo-Kai Watch auch in Europa das Zeug zum Mega-Hit hat

Die Rollenspiel-Reihe Yo-Kai Watch verkauft sich in Japan besser als Minecraft. Der Kinofilm schlug dort in den Kinos sogar Star Wars 7. GAMEZ.de nennt euch 5 Gründe, warum das 3DS-Spiel auch in Europa die besten Voraussetzungen zum Riesenerfolg hat.

  • von Ann-Kathrin Kuhls am 21.04.2016, 15:43 Uhr
Einführung zum Rollenspiel-Hit Yo-Kai Watch

1. Die Yo-Kai

In Yo-Kai Watch schlüpfen wir in die Rolle des Jungen Nathan, der eines Tages beim Käfersammeln auf den Geist Whisper trifft. Der erzählt ihm, dass die Welt tatsächlich voll von den so genannten Yo-Kai sind: Geister, die Menschen nicht sehen können, es sei denn, sie verfügen über eine der seltenen Yo-Kai Watches. Mit dieser besonderen Uhr tauchen die Yo-Kai auf einmal überall auf.

Die namensgebenden Geister sind nicht nur Teil der Spielwelt von Yo-Kai Watch, sie sind sogar fest in den japanischen Sagen verankert. Die Geisterwesen leben unsichtbar mitten unter uns und können mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten unsere Handlungen beeinflussen.

Montagmorgenstimmung, Lachanfälle oder Heißhungerattacken werden allesamt von Yo-Kai ausgelöst. Schlafprobleme? Da hat wohl Insomnia ihre Finger im Spiel. Zerstreutheit? Das muss an Amnesion liegen. Es gibt sogar einen Yo-Kai, der für Funklöcher verantwortlich ist. Spannsel ernährt sich nämlich von Radiowellen.

Die vielen unterschiedlichen Yo-Kai mit ihren ganz eigenen Charaktereigenschaften sorgen nicht nur für jede Menge interessante Gegnertypen, sie bescheren uns auch eine Reihe von Missionen, bei denen wir rausfinden müssen, welcher Yo-Kai für seltsame Vorkommnisse verantwortlich ist.

Jedes der Geisterwesen wurde mit viel Mühe und großer Sorgfalt an den deutschen Markt angepasst, sodass ihre Namen genau ihrem Charakter entsprechen und für den ein oder anderen Lacher sorgen.

2. Das Sammelfieber

Yo-Kai Watch funktioniert vom Grundprinzip her wie Pokémon: Wir reisen durch die Spielwelt und sammeln fremdartige Wesen, die dann für uns kämpfen. Die Yo-Kai Watch reagiert auf in der Nähe herumstreunende Yo-Kai, denen wir uns dann langsam nähern. Zufällige Begegnungen wie in Pokémon gibt es nicht.

Wir fangen die Geisterwesen auch nicht, sondern freunden uns mit ihnen an. Dafür werfen wir ihnen während des Kampfes Snacks zu, über die sie sich freuen. Wenn wir den richtigen Snack gewählt haben, bieten sie uns nach dem Kampf ihre Freundschaft an.

Aber selbst mit ihrer Leibspeise ist uns ihre Freundschaft nicht sicher. Neben unserem Sammeltrieb erzeugt Yo-Kai Watch hier also noch Jagdfieber – die Motivation, den Yo-Kai hinterherzujagen ist gewaltig, die Freude beim Beutemachen noch gewaltiger. 

Aber die Geisterwesen sind nicht das einzige, was sich in der Welt versteckt: Da Hauptfigur Nathan begeisterter Käfersammler ist, können wir jeden Baum und jedes Gebüsch nach seltenen Käfern durchsuchen, die wir dann mit einem Minispiel einfangen müssen.

Die Käfer können wir dann in den Läden gegen besondere Objekte eintauschen. Von Zeit zu Zeit stecken sogar die Items selbst zwischen den Grashalmen. Das bringt uns dazu, wirklich jede einzelne Ecke nach den Gegenständen abzusuchen.

3. Das Kampfsystem

Im Kampf überrascht Yo-Kai Watch: Anstatt auf rundenbasierten Kampf wie in Pokémon oder direkte Attacken à la Legend of Zelda setzt es auf einen Mittelweg: Unsere Yo-Kai greifen automatisch an – allerdings entscheiden wir, welche der Geister in erster Reihe kämpfen und welche sich erst einmal zurückhalten. 

Die Position der einzelnen Geister ist nämlich sehr wichtig: Yo-Kai der gleichen Art stärken sich gegenseitig, und nur die drei Yo-Kai an vorderster Front kämpfen auch tatsächlich. Dazu sind alle Geister auf einer Art Rad angeordnet, sodass wir immer die drei nach vorne drehen können, die gerade angreifen sollen. Zusätzlich stärken wir unsere Yo-Kai mit Snacks oder heilen sie mit Minispielen von Besessenheiten durch andere Geister. 

Außerdem lädt sich durch erfolgreiche Angriffe ein Balken für eine Spezialattacke auf, die wir ebenfalls mit einem Minispiel stärker machen können. Wir sind also eher General als Soldat. Durch die vielen unterschiedlichen Aufgaben bleibt der Kampf abwechslungsreich, ohne uns völlig zu überfordern.

4. Die Spielwelt

Spielwelten und ihre Bewohner sind eine Spezialität von Entwicklerstudio Level-5. Das haben sie bereits in der Professor-Layton-Reihe oder dem Action-Rollenspiel Fantasy Life bewiesen. Auch Yo-Kai Watch merkt man die Liebe zum Detail an. Jeder Stadtbewohner ist anders, jeder Shop hat sein eigenes Sortiment.

Deswegen lohnt es sich auch, alle Läden abzuklappern, um besondere Angebote zu entdecken. Zumal sich auch jeder Laden bis hin zu den tatsächlich im Regal stehenden Lebensmitteln von den anderen unterscheidet. 

Auch die Viertel der Spielerheimat Lenzhausen setzen sich voneinander ab. Theoretisch könnten wir sogar ohne Karte durch die Stadt laufen, da sich so viele Orientierungspunkte finden.

Das wirkt sich auch auf die Kampfbildschirme aus: Mal stehen wir in einer einsamen Gasse voller Mülltonnen und Kartons, mal kämpfen wir in einer Sauna mit tanzenden, handtuchtragenden Senioren im Hintergrund.

Sogar die Ampeln schalten im Vorbeigehen von rot auf grün. Das ist gerade im Gegensatz zu den normalerweise eher statischen 3DS-Hintergründen eine angenehme Überraschung. Auch während der Missionen können wir einfach nicht anders, als die Umgebung nach liebenswerten Details abzusuchen.

5. Das Spiel nach dem Spiel

Viele Spiele sind wie Kinofilme: Nachdem einmal der Abspann durch ist, ist alles gelaufen. Nicht so bei Yo-Kai Watch. Nach den elf Kapiteln des Hauptspiels erwarten uns noch eine ganze Reihe so genannter Late-Game-Inhalte.

So müssen wir beispielsweise unsere Yo-Kai Watch während des Spiels verbessern, um seltenere Yo-Kai zu entdecken. In den dreißig Stunden des Hauptspiels ist es aber nicht möglich, den Maximal-Level zu erreichen, sodass wir die wirklich kostbaren Geister noch gar nicht sehen können. 

Ein erneuter Besuch der unterschiedlichen Gegenden lohnt sich also. Vor allem, weil viele der Yo-Kai, die sich während des Hauptspiels noch geweigert haben, sich uns anzuschließen, jetzt unbedingt unsere Freunde werden wollen. Schließlich sind wir mittlerweile gefeierte Helden.

Wer auf der Suche nach einer richtigen Herausforderung ist, kann sich außerdem in einem Bonus-Dungeon beweisen. Dort tauchen vorherige Bosse wieder auf und können besiegt werden. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Unsere Figuren müssen für den Dungeon mindestens Level 60 erreicht haben.

Yo-Kai Watch bietet also auch nach dem Hauptspiel noch genügend Aktivitäten für alle, die einfach nicht genug von den kunterbunten Geistern bekommen können.

Ann-Kathrin Kuhls
Ann-Kathrin Kuhls

Erstes Spiel: Jazz Jackrabbit Lieblingsgenres: Action-Adventure, (Japan-)Rollenspiele, Strategie Lieblingsspiele/-serien: Final Fantasy, The Last of Us, Alice: Madness Returns, XCOM: Enemy Unknown