RimWorld: 8 Tipps zum Überleben

Trotz Schiffbruch, widrigen Lebensumständen und gefährlichen Nachbarn erfolgreich beim Aufbau eurer Kolonie sein – so schafft ihr den gelungenen Start in die vielfältige RimWorld-Spielwelt.

  • von Gloria H. Manderfeld am 12.04.2019, 18:00 Uhr
RimWorld Einsteigerguide

In diesem Guide zu RimWorld erfahrt ihr

  • welches Biom, welcher Erzähler und welche Schwierigkeitsstufe für Spielanfänger passt
  • welche Startfähigkeiten eure Kolonisten haben sollten
  • wie ihr den idealen Siedlungsplatz findet
  • um was ihr euch kurz nach dem Absturz kümmern solltet
  • wie ihr euch grundlegend gegen Angreifer verteidigt
  • wie ihr eure Kolonisten am Leben haltet

Aller Anfang ist schwer: RimWorlds spannender Mix aus Simulation und Tower Defense lässt euch trotz Hinweis-Funktion viele Dinge nur auf die harte Tour lernen, nämlich durch Ausprobieren und Scheitern. Damit das Frustlevel bei euch nicht zu schnell durch die Decke geht und ihr möglichst schnell eure Kolonie auf eine gute Grundlage stellt, haben wir für euch einen Einsteigerguide voller nützlicher Hinweise zusammen gestellt.

Inhaltsverzeichnis

1. Biom, Schwierigkeitsstufe und Erzähler
2. Nützliche und wichtige Startfähigkeiten
3. Idealen Siedlungsplatz finden
4. Aufbau der Grundversorgung
5. Stromversorgung
6. Verteidigung in den ersten Monaten
7. Gesundheit und Ernährung
8. Wetter und Klima für Anfänger

1. Biom, Schwierigkeitsstufe und Erzähler

Vor dem eigentlichen Spielstart bestimmt ihr durch die Wahl des künftigen Spiel-Bioms (der Spielumgebung), der Schwierigkeitsstufe und der Erzähler-KI euer künftiges Spielerlebnis. Für Einsteiger bei RimWorld empfiehlt es sich, das 3-Personen-Grundszenario und die KI »Phoebe Chillout« zu wählen, da sie euch eine lange, entspannte Aufbauphase ermöglicht. Mit der Einstellung »friedlich« werdet ihr nicht angegriffen, Kolonisten können aber durchaus aus Frust durchdrehen oder sich miteinander prügeln.

Lasst euch ruhig Zeit, euch mit den Spielmechaniken vertraut zu machen: den Schwierigkeitsgrad und den Erzähler könnt ihr im weiteren Spielverlauf jederzeit ändern! Mit dem Laden-Erlaubt-Modus könnt ihr das Spiel zudem jederzeit abspeichern und neu laden, wenn euch ein Ereignis nicht gefällt.

Nach der Generierung der Welt (die Standardeinstellungen sind zum Erlernen des Spiels vollkommen ausreichend!) sucht ihr euch den Lebensraum eurer Kolonie aus. Ideal für einen ruhigen Einstieg ist das Biom »Gemäßigter Wald«, bei dem ihr auf mindestens 40/60 Tage oder eine ganzjährige Wachstumsperiode achten solltet, da auch weniger Wachstumstage möglich sind.

Wichtig für ein Überleben eurer Kolonisten ist es, dass ihr möglichst viel Ackerbau betreiben könnt: Je länger die Wachstumsperiode andauert, desto mehr Chancen habt ihr auf mehrere Ernten im Jahr und damit auch mehr Vorräte.

Im »Gemäßigten Wald« sind deutlich mehr jagbare Tiere unterwegs, mit denen ihr während der Wachstumsperiode den Speisezettel eurer Sims ergänzt. Im Winter hilft euch die Jagd, Tage zu überbrücken, an denen euch die Vorräte ausgegangen sind. Daneben findet ihr im »Gemäßigten Wald« viel Bauholz, wild wachsende Beeren und Heilwurzeln, sodass ihr diese nicht zwingend selbst anbauen müsst. Es reicht zu Spielbeginn, Kolonisten zum Sammeln loszuschicken.

Achtet auch darauf, dass ihr mindestens zwei Gesteinsarten in der gewählten Region abbauen könnt. Damit habt ihr beim Bau von Gebäuden und Möbeln mehr Auswahl zwischen den Materialien, Granit ist zudem widerstandsfähiger als beispielsweise Sandstein und eignet sich daher besser für Verteidigungsbauten. Bei Startplätzen nahe des Gebirges ist ein größerer Anteil der Spielkarte von Gestein bedeckt, das kann bei der Verteidigung hilfreich sein.

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Sucht euch einen Ort in der Nähe friedlicher Fraktionen. Welche Fraktionen euch feindlich gesinnt sind, seht ihr im gleichnamigen Reiter. Friedliche Nachbarn schicken euch von Zeit zu Zeit Händler, bei denen ihr nützliche Waren erwerbt. Je kürzer deren Wege sind, desto häufiger kann Besuch bei euch vorbei schauen. Das gilt auch für feindliche Fraktionen; direkt neben mit einem roten Totenkopf gekennzeichneten Piratenlagern solltet ihr euch also nicht ansiedeln!

2. Nützliche und wichtige Startfähigkeiten

Für eure Kolonie wählt ihr drei von acht vorausgewürfelten Kolonisten aus, mit denen ihr künftig spielen wollt. Wichtig ist, dass ihr keine Kolonisten mit auf den Planeten nehmt, die irgendeine Art von Arbeit verweigern (das seht ihr unter »Verweigert« in der Charakterübersicht), da ihr gerade zu Spielbeginn jede arbeitende Hand braucht.

Bei RimWorld werden alle Fähigkeiten durch Anwendung gesteigert, ein Nahkämpfer kann diese Fähigkeit also nur verbessern, wenn er im Kampf eine Nahkampfwaffe benutzt. Ein Kolonist mit Medizin-Fähigkeit muss regelmäßig andere verarzten, um besser zu werden – und so weiter.

Wie schnell Kolonisten eine Fähigkeit lernen, wird euch durch die Flammen-Marker angezeigt. Normal ist eine Lernrate von 35 Prozent bei Anwendung, eine Flamme lässt den Kolonisten zu 100% lernen, zwei Flammen sogar 150 Prozent schnell. Ideal ist also eine Kolonistengruppe mit möglichst vielen Flammen bei den verschiedenen Fähigkeiten. Im Abschnitt “Fähigkeiten des Teams” seht ihr, welche Fähigkeiten euren Kolonisten noch fehlen und welche bereits vorhanden sind.

Daneben sollten eure Kolonisten keine Krankheiten oder Verletzungen mitbringen und nicht über 50 Jahre alt sein – denn ab dann ist die Chance auf chronische Krankheiten größer. Diese mindern die Arbeitsgeschwindigkeit und Effizienz des Erkrankten deutlich. Manche Krankheiten wie Asthma oder Krebs brauchen zudem regelmäßige Behandlung und verbrauchen eure Medizinvorräte!

Das Skill-Maximum beträgt 20, je höher eine Fähigkeit zu Spielbeginn ist, desto besser beherrscht der Kolonist sie – ein Konstrukteur mit Level 10 baut deutlich bessere Möbel als einer mit Skill-Level 4. Während Bergbau, Kochen, Konstruktion (hier: mindestens 4!), Geistige Arbeit, Handwerk und Kunst regelmäßig trainiert werden können und damit nicht zwingend sehr hohe Startwerte brauchen, sieht es mit Medizin, Sozial, Tiere und Pflanzen anders aus.

Mediziner können erst ab Level 10 überhaupt Operationen durchführen, viele Tierarten könnt ihr erst ab Level 5 oder höher zähmen, dasselbe beim Pflanzenanbau. Soziale Fähigkeit bestimmt, wie gut eure Kolonisten sich beim Rekrutieren von Gefangenen und beim Handel schlagen – ein Kolonist sollte also idealerweise mindestens Level 5 oder höher haben.

Generell solltet ihr Siedler mit nützlichen Eigenschaften wie »schneller Geher/Jogger« (Kolonist bewegt sich schneller als andere), »freundlich« (Kolonist beleidigt andere nicht), »wunderschön« (andere fühlen sich schnell zum Kolonisten hingezogen), »Eiserner Wille« (Kolonist bricht weniger schnell zusammen als andere), »zäh« (Kolonist wird weniger stark verwundet als andere) und Ähnliches bevorzugen, da sie das Zusammenleben und Überleben eurer Siedler erleichtern.

Pyromanie, Misogynie, Rauschmittel-Faszination, eine nervige Stimme oder Faulheit sind dagegen weit weniger brauchbar – lest euch also auch die Eigenschaften immer gut durch, um allzu krasse Auswüchse zu vermeiden!

3. Idealen Siedlungsplatz finden

Schaut euch nach der Landung die Karte der Umgebung im Pausenmodus des Spiels gut an und prüft diese auf folgende Punkte:

  • Gibt es dort Gebirge, vielleicht sogar einen Talkessel?
  • Gibt es einen Geysir, wenn ja, wo?
  • Wo können eure Kolonisten Stahl und Holz abbauen?
  • Gibt es Gebäuderuinen, die ihr nutzen könntet?
  • Wo gibt es fruchtbare Erde?

Die ideale, auch zu Spielbeginn leicht zu verteidigende Kolonie liegt in einem Talkessel direkt neben einem Geysir, einem größeren Vorkommen von fruchtbarer Erde, während sich Stahl- und Gesteinvorkommen in bequemer Laufnähe befinden. Da ihr aber nur sehr selten alle Bedingungen auf einmal erfüllt bekommt, macht ihr sinnvolle Abstriche. Eine Ruine, die ihr nur noch ein bisschen ausbauen müsst, ist eine hervorragende Unterkunft für die ersten Monate – umziehen kann man immer noch.

Umgebungsbedingungen wie fruchtbare Erde oder den Standort eines Geysirs könnt ihr aber nicht ändern: Fruchtbare Erde lässt eure Pflanzen viel schneller wachsen, auf den Geysir baut ihr mit der Forschung »Geothermale Energie« ein effizientes Kraftwerk zur Stromgewinnung. Beides sind für die langfristige Entwicklung der Kolonie wichtige Elemente.

Gebirgszüge und Wasserflächen sind für Gegner nur schwer zu überwindende Hindernisse. Baut ihr also an ein Gebirge heran oder in einen Talkessel hinein, bekommt eure Kolonie bereits zum Spielbeginn einen bequemen Schutz durch die Umwelt. Auf Sumpf oder Schlamm könnt ihr nicht bauen. Im Zweifel probiert im pausierten Spiel aus, ob ihr auf dem gewählten Untergrund eine Mauer setzen könnt.

4. Aufbau der Grundversorgung

Sucht auf der Karte zuerst nach allen Rohstoffen, die gemeinsam mit euch abgestürzt sind. Klickt diese an und erlaubt euren Kolonisten, sie einzusammeln (mit »F«). Sucht euren gewünschten Siedlungsplatz und setzt dort eine Lagerzone (Architekt > Zone > Lagerzone) , damit eure Kolonisten alle Rohstoffe dorthin bringen. Damit eure Vorräte nicht verrotten, müsst ihr die Lagerzone so bald wie möglich einmauern und überdachen, aber das muss nicht am ersten Spieltag passieren.

Legt ebenfalls eine Abfallzone an (Architekt > Zone > Abfallzone), in der Kolonisten Steinbrocken und anderes zwischenlagern können. Wählt mit Architekt > Befehle > Holz hacken eine größere Zone in der Umgebung aus und lasst eure Kolonisten Holz sammeln, das ihr zum Aus- und Aufbau braucht.

Dann geht es an den Bau einer Unterkunft aus Holz: ein Gebäude mit einem Schlaf- und einem Aufenthaltsraum reicht zu Beginn aber völlig aus. Baut drei Betten (Architekt > Möbel) in den Schlafraum, dazu einen Forschungstisch, einen (mit Feuer betriebenen) Herd und einen Tisch mit Stühlen.

Gibt es bereits Gebäuderuinen, nutzt diese und baut sie für euch passend aus, das spart wertvolle Zeit und Ressourcen. Danach setzt ihr Felder auf die fruchtbare Erde (Architekt > Zone > Anbauzone). Hier solltet ihr Reis, Baumwolle und Mais anbauen, Kartoffeln wachsen auch auf kargerem Boden mit maximaler Effizienz.

5. Stromversorgung

Beim Grundszenario könnt ihr sowohl einen Holz- als auch Kraftstoffgenerator und eine Windturbine zu Spielstart bauen, für alles braucht euer Konstrukteur den Mindestskill 4. Einen elektrischen Herd, Lampen und ähnliche Annehmlichkeiten versorgt ihr nach Spielstart am einfachsten mit einem Holzfeuer-Generator.

Alternativen und Hilfreiches erforscht ihr mit »Solarzellen« (Solarkollektoren), »Batterien«, »Wasserkraft-Generatoren« (falls ihr in der Nähe eines Flusses siedelt) und »Geothermale Energie« (Geothermal-Kraftwerke auf Geysiren). Windturbinen sind zwar umweltfreundlich, aber auch extrem windabhängig – bläst kein Wind, gibt es auch keinen Strom. Holzfeuer-Generatoren sind die praktischere, weil konstantere Alternative.

6. Verteidigung in den ersten Monaten

Um eure Kolonie abzusichern, solltet ihr eine Verteidigungsposition bauen. Diese besteht aus einem durch Sandsäcke geformten Rechteck, das ihr mit Schlagfallen umgebt. Beides findet ihr unter Architekt > Sicherheit. Schlagfallen aus Stahl verursachen mehr Schaden als Holz-Schlagfallen. Habt ihr in einem Talkessel gesiedelt, errichtet ihr die Verteidigungsposition natürlich am Eingang, ansonsten an einem Ort, von dem eure Kolonisten aus in alle Richtungen verteidigen können.

Langfristig solltet ihr eure Gebäude, Felder, Kraftwerke etc. mit einer doppelten Mauer umgeben und umfangreichere Verteidigungsmaßnahmen erwägen, zu Spielbeginn reicht aber eine Sandsackstellung aus, hinter der die Kolonisten Deckung erhalten. Euer bester Fernkämpfer sollte bei Kämpfen hinter einem Nahkämpfer in Stellung gehen, da dieser ihm Angreifer vom Hals halten kann! Mit der Forschung »Schmieden« und weiterführenden Forschungsgebieten erlernen eure Kolonisten die Herstellung von Waffen, Schutzkleidung und Verteidigungsgeschützen.

7. Gesundheit und Ernährung

Um eure teure, mitgebrachte Medizin zu sparen, stellt ihr die Versorgung eurer Kolonisten im Reiter »Körper« auf »Kräutermedizin«, dann bleibt die hochwertige Medizin für Operationen im Lager. Nachschub bekommt ihr nur gegen viel Geld bei Händlern oder durch eigene Herstellung im späteren Spielverlauf! Heilwurzeln hingegen wachsen im »Gemäßigten Wald« wild, ihr müsst sie nur sammeln und aufbewahren.

Baut an euer Gebäude so bald wie möglich eine Krankenstation an, in der ihr zunächst dieselbe Anzahl Krankenbetten wie Koloniemitglieder stehen habt. Später richtet sich die notwendige Bettenanzahl nach der Zahl der aktiven Kämpfer. Verletzen sich eure Kolonisten sehr früh im Spielverlauf, klickt ihr deren Bett an und macht es zum Krankenbett, solange sie sich von ihrer Verletzung erholen müssen.

Zu Spielstart ernähren sich eure Kolonisten noch von mitgebrachten Rationen. Sobald ihr einige Felder angelegt und bepflanzt habt, geht es an den Bau einer Vorratskammer für Nahrung mit nach innen kühlender Klimaanlage – hierfür braucht ihr bereits funktionierende Stromversorgung. Stellt die Klimaanlage auf -1°C ein, dann verdirbt die Nahrung nicht, weil sie tiefgekühlt wird. Mit einem feuerbetriebenen oder elektrischen Herd (Architekt > Produktion) verarbeitet ihr Nahrungsvorräte zu einfachen Mahlzeiten.

Baut außerhalb des Gebäudes eine Schlachtbank. Solange eure Pflanzen auf dem Acker noch wachsen, sammelt ihr wild wachsende Beeren und jagt schwache Tiere wie Chinchillas, Waschbären, Eichhörnchen und ähnliches. Vermeidet größere Tierherden, da euch diese gerne gesammelt angreifen, wenn ihr ein Tier aus ihrer Mitte tötet! Große, einzeln durch die Region ziehende Tiere greift ihr nur mit allen Start-Kolonisten gemeinsam an.

8. Wetter und Klima für Anfänger

Auch im »Gemäßigten Wald« erleben eure Kolonisten im Sommer Hitzeperioden und im Winter kalte Tage. Zunächst könnt ihr euch im Sommer noch mit einer »Passiven Kühlung« behelfen, diese verbraucht aber sehr viel Holz und sollte deswegen nur zum Übergang genutzt werden.

Baut als langfristige Lösung in eine Außenwand eures Gemeinschaftsraumes eine Klimaanlage (Architekt > Temperatur), die nach außen Hitze abstrahlt und stellt diese auf 20°C ein. Angrenzende Räume versorgt ihr durch in die Zwischenwände eingebaute Lüftungskästen mit kühler Luft.

Für Kälteperioden baut ihr im Gemeinschaftsraum eine strombetriebene Heizung und deaktiviert diese im Sommer. Im Winter schaltet ihr die Klimaanlage aus und aktiviert die Heizung – Kolonisten erhalten deutliche Stimmungsabzüge, wenn sie in zu kalten oder zu warmen Räumen schlafen müssen!

Bei einer Hitzewelle solltet ihr darauf achten, dass eure Kolonisten nicht zu lange im Freien sind, damit sie keinen Hitzeschlag bekommen! Für den Winter stellt ihr am Nähtisch oder der elektrischen Nähmaschine (Architekt > Produktion) für eure Kolonisten aus Leder oder Baumwolle Kopfbedeckungen und warme Mäntel her. Diese reichen völlig aus, damit sie bei der Arbeit draußen nicht frieren oder krank werden.

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Gloria H. Manderfeld
Gloria H. Manderfeld
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