Google Stadia: Alle Infos zum neuen Spiele-Streaming-Dienst

Google’s neuer Streaming-Dienst „Google Stadia“ soll die Spiele-Branche revolutionieren. Bei uns lest ihr detailliert, was bisher zu Stadia bekannt ist.

  • von Ramin Hayit am 21.03.2019, 12:32 Uhr
Google Stadia-Hub-Titel

In unserem Guide zu Google Stadia erfahrt ihr unter anderem

  • Was bisher zu Google Stadia bekannt ist
  • Welche Spiele ihr damit streamen könnt
  • Warum das Spiele-Streaming scheitern könnte

Mit Google Stadia will Google die Videospiel-Szene revolutionieren. Dies soll gelingen, indem das Spielen zukünftig in die Cloud verlagert wird. Falls der Plan aufgeht, wäre die Überlegung hinfällig, ob ihr eure Lieblingsspiele zukünftig lieber auf Nintendo Switch, PC, Playstation 4 oder Xbox One spielt.

Gleichzeitig spart ihr euch teure Hardware, denn Google Stadia gibt sich mit dem Chrome Browser des Weltkonzerns zufrieden. Noch ist es allerdings nicht so weit. Damit ihr bei den vielen Meldungen und Gerüchten rund um den neuen Google-Dienst nicht den Überblick verliert, haben wir euch alle bestätigten Informationen zu Google Stadia zusammengestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist bisher zu Google Stadia bekannt?

Es begann im Oktober letzten Jahres, als Google mit Assassins Creed: Odyssey eines der populärsten Spieletitel des Jahres verschenkte. Dabei wollte Google gar nicht wissen, für welche Plattform ihr das Spiel benötigt. Denn das Action-Adventure war auf leistungsstarken Cloudservern abgelegt. Die Aktion diente als geschlossene Beta für etwas, das „Projekt Stream“ genannt wurde.

In der darauf folgenden Zeit kursierten Gerüchte zu einem möglichen Videospiel-Streaming-Dienst oder gar einer eigenen Spielekonsole aus dem Hause Google. Angeheizt wurden die Spekulationen, als bekannt wurde, dass Google ein Patent für einen Spielecontroller eingereicht hatte, dessen Design an die Controller von Playstation 4 und Xbox One erinnerte. In der Gerüchteküche brodelte es erst richtig, als Google jüngst bekannt gab, an der Zukunft des Gamings zu arbeiten.

Gestern folgte die erste Gewissheit: Auf der Game Developers Conference in San Francisco gab Majd Bakar, Vice President von Project Stream (gemeinsam mit weiteren Google-Persönlichkeiten) erste Details zum neuen Videospiel-Streaming-Service “Google Stadia” preis. So solle der Streaming-Dienst für jeden mit einer schnellen Internetverbindung und einem Computer, Smartphone oder Tablet verfügbar sein. Außerdem sei bereits ein Google Chromecast-Stick leistungsstark genug, Stadia und somit AAA-Titel in 4k auf euren TV Bildschirm zu bringen.

Zudem soll der Dienst bereits 2019 in den USA, Kanada, UK sowie weiteren Teilen Europas online gehen. Auf der offiziellen Google Store Seite zu Stadia verspricht Google beeindruckende HDR-Grafik mit einer Auflösung von bis zu 4K bei 60fps. Dort habt ihr Möglichkeit eure E-Mail-Adresse zu hinterlassen, um Neuigkeiten und Angebote zum Thema Gaming von Google zu erhalten.

Alle Informationen zum Google Stadia Game Controller

Ganz ohne Hardware geht es dann aber doch nicht. So wird Google den hauseigenen Stadia-Controller anbieten, der sich jeweils die besten Elemente des Playstation 4- und Xbox One-Controllers zu eigen macht. Er verfügt über einen USB-C Port auf der Ober- sowie eine 3,5mm Klinkenbuchse auf der Unterseite. Außerdem gibt es Tasten zum Aktivieren des Google Assistenten. Das Gamepad soll über eine äußerst gute Haptik verfügen.

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Zudem erklärte Google Vice President Phil Harrison in einem Interview mit “The Verge”, dass der Controller sich direkt mit Googles Datencenter verbinde und deshalb nicht mit jedem Gerät bzw. Bildschirm synchronisiert werden müsse. Darüber hinaus sei Google Stadia, anders als die eher restriktiven Konsolen Xbox One oder Playstation 4, auch mit anderen Eingabegeräten kompatibel.

Google Stadia startet mit diesen drei Spielen

Drei Spieletitel scheinen für eine Gaming-Plattform zunächst nicht viel Content zu sein. Wenig überraschend ist Assassins Creed: Odyssey nach dem Project Stream-Test auch Bestandteil des Google Stadia-Portfolios. Darüber hinaus ist der Shooter Doom Eternal von Entwickler id Software offiziell bestätigt. Beim dritten Videospiel handelt es sich laut Google um einen unbekannten Titel von Q-Games, der rund um das „State Share“-Feature entwickelt werde. State Share ermöglicht es euch, ein Spiel mit Google Stadia zu starten, das ihr gerade via Youtube-Stream verfolgt.

Wir vermuten, dass Google die Bekanntgabe seiner neuen Streaming-Plattform auf der Game Developers Conference bewusst gewählt hat, um direkt mit weiteren Entwicklern in Verbindung zu treten.

Google gründet eigenes Entwicklerstudio für Stadia-Spiele

In einem Gamespot-Interview gibt Google’s Phil Harrison außerdem bekannt, dass der Fokus nicht auf Exklusivtiteln läge, sondern auf solchen, die für das Spiele-Streaming optimiert seien. Hauptsache sei, dass die Entwickler innovativer werden und anfangen über die Zukunft nachzudenken.

Gleichzeitig stellte Harrison klar, dass ein, von Google entwickeltes Spiel, “natürlich” exklusiv für Stadia erscheine. Vor kurzem wechselte Jade Raymond zu Google, über deren genaue Funktion damals noch nichts bekannt war. Heute wissen wir, dass Jade Raymond Googles erstes Entwicklerstudio leitet und an eigenen Stadia-Spielen des Weltkonzerns arbeitet.

Außerdem haben, laut Google, bereits 100 Studios weltweit Hardware zur Entwicklung von Stadia-Titeln erhalten und über 1000 Kreative und Ingenieure arbeiten an entsprechenden Videospielen. Somit sollten in naher Zukunft viele weitere Ankündigungen zu Stadia-Spielen folgen.

Google Stadia Hardware-Leistung und Vergleich mit PS4 Pro und XBox One X

Um die beiden angekündigten Spieletitel Assassins Creed: Odyssey und Doom: Eternal in 4k mit durchgängig 60fps zu spielen, benötigt ihr einen entsprechenden Gaming-PC, der mind. mit einem Intel i7-Kern der neueren Generationen, 16GB Arbeitsspeicher und einer GeForce GTX1080 ausgestattet sein sollte.

Google bennent z.B. eine GPU von 10,7 teraflops – mehr Grafikpower, als die Playstation 4 Pro (4,2) und die Xbox One X (6,0) zusammen errechnen. In der folgenden Tabelle haben wir einen Vergleich der beiden Top-Konsolen mit Googles Streamingplänen vorgenommen.

Bandbreite: Die größte Herausforderung für Videospiel-Streaming

Entscheidend ist aber die Verbindungsgeschwindigkeit bzw. die Bandbreite der Nutzer. Denn wer 4k-Spiele in Echtzeit streamen will, stößt schnell an die Leistungsgrenze seiner Internetverbindung. Bereits für reines 4k-Filmstreaming empfehlen Netflix und Amazon bereit 25 Mbits bzw. 15 Mbits.

Google sei sich bewusst, dass nicht jeder Spieler, vom ersten Tag an, über genügend Bandbreite verfüge. Aktuell seien es ungefähr. 30 Mbits, die für das 4k Streaming bei 60 Bildern pro Sekunde ausreichen. Dies erklärte Phil Harrison, Leiter des Stadia-Projektes, auf der GDC 2019. Außerdem arbeite man mit Hochdruck an Hard- und Software sowie einer besseren Codierung, um die benötigte Bandbreite weiter zu senken.

Beim Spielen müssen auch ständig Daten zurück gesendet werden, deshalb spielt die Verzögerung der Eingabe (Input-Lag) eine entscheidende Rolle. Insbesondere im Multiplayer kommt es hier auf wenige Millisekunden an, wenn ihr konkurrenzfähig bleiben wollt. Um eine schnelle Eingabe zu gewährleisten, darf eure Bandbreite nicht voll ausgereizt sein.

Und genau hier wird es schwierig. In Deutschland verfügt ein Haushalt über eine durchschnittliche Bandbreite von 24Mbit. Durch die Einführung und den Ausbau des ISDN-Netzes sind in Deutschland wertvolle Jahre im Breitband-Ausbau verloren gegangen. Teilen sich nun mehrere Personen eine Internetverbindung bzw. deren Bandbreite, bleibt 4k-Videospiel-Streaming zunächst ein Traum.

Wenn Google für dieses Thema kein Ass im Ärmel hat, könnte es Google Stadia schwer haben, hierzulande als echte Gaming-Alternative Fuß zu fassen. Abhilfe könnte der Ausbau des 5G-Netzes schaffen, welches weltweit bis zu 100 Milliarden Mobilgeräte mit bis zu 10.000 Mbits versorgen können soll.

Dieser könnte bereits 2020 voranschreiten und nicht nur die Spielewelt revolutionieren. Und vielleicht haben dann auch Google Stadias Konkurrenten, Nvidias GeForce NOW und Sonys PS Now noch ein Wörtchen mitzureden.

Die Google Server: No Cheating, No Hacking

Das Cheaten, insbesondere in Online-Spielen, ist aus verschiedenen Gründen verpönt. Vor allem im professionellen “eSport” sollten die hochdotierten Preisgelder mit fairen Mitteln ausgespielt werden. Auch darüber hinaus stören Cheats und irreguläre Hilfen, wie Aim- oder Spambots, die Spielbalance und Atmosphäre eines jeden Online-Titels empfindlich.

Diese Argumentation macht sich Google zu Nutze und erklärt Stadia offiziell für cheatsicher. „No cheating, no hacking“ gibt es beim Google-Dienst, erklärt Vice President, Phil Harrison, auf der Game Developers Conference 2019. Dies läge an der Beschaffenheit des Systems. Und das leuchtet ein, denn die mächtigen Google-Server berechnen das Spiel und der Client, über welchen die Spieler die versprochenen AAA-Titel streamen, ist ebenfalls fest in Googles Infrastruktur verankert.

Dies klingt zunächst wunderbar. Trotzdem muss sich das System in der Realität erst beweisen. Denn bis heute hat sich noch keine Plattform als hundertprozentig sicher erwiesen.

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Ramin Hayit
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