Das Wii U-GamePad: So vielseitig ist der Touchscreen-Controller

Nach dem großen Erfolg der Wii und ihrer ungewöhnlichen Bewegungssteuerung wollte Nintendo auch bei der Nachfolgekonsole mit einem unkonventionellen Controller auftrumpfen und verknüpfte beim Wii U GamePad einen Touchscreen mit klassischen Controller-Elementen.

  • von Stephan Freundorfer am 17.03.2016, 9:42 Uhr

Trotz seiner gewaltigen Dimensionen (der Controller ist knapp 26 cm breit und ein halbes Kilo schwer) ist das GamePad erstaunlich ergonomisch, und der berührungsempfindliche Bildschirm mit einer Diagonale von 15,75 cm verleiht der Wii U ein paar besondere Features: So können Spiele, die ‘Off-TV Play’ unterstützen, direkt auf dem Touchscreen gespielt werden – der große Bildschirm lässt sich von Familienmitgliedern anderweitig nutzen.

Wichtig aber: Die Konsole muss weiterhin laufen, sie berechnet die Spielinhalte, die via WLAN auf das GamePad gestreamt werden. Zudem nutzen viele Entwickler den Controller-Bildschirm als sogenannten ‘Second Screen’, zum Beispiel für die Darstellung von Umgebungskarten (LEGO City) oder zur Inventarverwaltung (The Legend of Zelda: Twilight Princess HD).

Voller Controller

Neben dem Touchscreen, der übrigens nicht nur mit den Fingern, sondern auch mittels Stylus (der rechts oben im Pad steckt und häufig übersehen wird) bedient werden kann, befinden sich eine Reihe klassischer Steuerelemente. Zwei Analogsticks, ein D-Pad, vier Action- und vier Schultertasten geben exakte, vielfältige Kontrolle über das Spielgeschehen, daneben stecken auch jede Menge Sensoren im Gerät, die eine Bewegungssteuerung ermöglichen.

Eine Innenkamera sowie ein Mikro erlauben beispielsweise Videochat, ein Lautsprecher Tonausgabe und ein Kopfhöreranschluss diskreten Genuss des Spielesounds. Unterhalb des Steuerkreuzes befindet sich zudem ein Bereich, in dem NFC-Chips ausgelesen werden können – Amiibos müssen also hier platziert werden, um in einem Spiel eingesetzt zu werden.

Kostspieliger Controller

So vielseitig und komfortabel das Wii U GamePad ist – es hat auch ein paar Nachteile. In der Herstellung ist die Hardware relativ teuer, wodurch Nintendo kaum Möglichkeit hat, die Wii U mit einem Kampfpreis zu versehen. Bis heute wird das Pad zudem nicht einzeln verkauft, und eine Reparatur ist meist teuer – Nintendos Reparaturservice will hier zwischen 57,50 und 164,51 Euro. 

Wenigstens für einen schwächelnden Akku gibt es allerdings eine preisgünstige und praktikable Lösung: Er lässt sich ganz einfach durch einen neuen ersetzen, wie das geht, steht z.B. in der Bedienungsanleitung (S. 64/65). Am besten kommt dann gleich eine “High-Capacity Battery” ins Gerät, die offiziell von Nintendo erhältlich ist und mit knapp 30 Euro zu Buche schlägt. Dieser Akku verlängert die Laufzeit des GamePads von 3 auf etwa 8 Stunden.

Es gibt zudem zwei einfache Möglichkeiten, das GamePad seltener an die Steckdose anhängen zu müssen. Zum einen kann die Helligkeit des Touchscreens erniedrigt, zum anderen der Bildschirm bei Nichtgebrauch vollkommen abgestellt werden. Die entsprechenden Einstellungen lassen sich machen, wenn man den HOME-Button drückt, rechts oben am Bildschirm auf [Controller-Einstellungen] und anschließend auf der linken Seite [Bildschirm aus] oder [Einstellungen] wählt.

Noch mehr Kontrolle

Neben dem GamePad unterstützt die Wii U auch alle relevanten Peripheriegeräte der Vorgängerkonsole – schließlich ist das Gerät ja auch rückwärtskompatibel zur Wii. Über den SYNC-Knopf an der Konsole (links neben der Erweiterungsklappe) und am Controller (z.B. Wiimote oder Balance Board) lassen sich die Zusatz-Controller problemlos mit der Wii U verbinden. Die Multiplayer-Prügelei Smash Bros. erlaubt den Anschluss von insgesamt acht Controllern, dank offiziellem Spezialadapter können sogar GameCube-Controller verwendet werden.

 

Facts:

  • Das Wii U-GamePad verfügt über einen Touchscreen, der je nach Spiel als ‘Second Screen’ oder sogar als primärer Bildschirm dient.
  • Im Controller stecken jede Menge Technik und Funktionen, wodurch in Herstellung und Reparatur hohe Kosten verursacht werden.
  • Durch Ausschalten des Screens oder Verringern der Helligkeit erhöht sich die Akku-Leistung des GamePads beträchtlich.
Stephan Freundorfer
Stephan Freundorfer