Blood, Truth & PlayStation Move: Gaming-Geschichte eines Controller-Paars

Am 15. September feiert der PlayStation Move Controller sein 9-jähriges Jubiläum. Wir nehmen dies zum Anlass, seine bewegte Geschichte Revue passieren zu lassen. Vorher werfen wir jedoch noch einen Blick auf ein Spiel, welches Move derzeit besonders gut nutzt.

  • von Sönke Siemens am 19.07.2019, 9:01 Uhr
PlayStation Move Controller Zielen

In diesem Special zum PlayStation Move Controller erfahrt ihr:

  • warum speziell Blood & Truth mit PlayStation Move Controllern erst richtig aufdreht
  • wie sich PlayStation Move über die Jahre entwickelt hat

VR-Spiele laufen dann zu Hochform auf, wenn man das Gefühl hat, mittendrin zu sein statt nur dabei. Mit Blood & Truth aus der Feder von Sonys London Studio erschien erst kürzlich ein PlayStation-VR-Action-Spiel, das diese Immersion besonders gut hinbekommt. Mittel zum Zweck ist hier jedoch nicht nur das Headset, sondern auch die intuitive Steuerung mit Hilfe von zwei PlayStation Move Controllern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Blood & Truth: Das aktuelle PlayStation Move-Vorzeigespiel (mit Demo)
  2. PlayStation Move Historie: Wie alles begann
  3. PlayStation Move wie offiziell angekündigt
  4. PlayStation Move startet weltweit
  5. Eine Ära geht zuende – eine andere beginnt
  6. PlayStation Move und PlayStation VR – das Traumpaar

Blood & Truth: Das aktuelle PlayStation Move-Vorzeigespiel (mit Demo)

In Blood & Truth dreht sich alles um maximale Immersion. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass jeder Controller eine sehr realistisch modellierte Hand der Spielfigur repräsentiert. Mit euren virtuellen Händen könnt ihr dann ganz natürlich nach eurer Waffe greifen, diese abfeuern, euch an Baugerüsten entlang hangeln, Granaten werfen, mit einem Dietrich Schlösser knacken, durch Lüftungsschächte robben oder euch einen Munitions-Clips aus eurer Brusttasche schnappen, um damit die aktuelle Waffe nachzuladen.

Doch das ist erst der Anfang, denn die Entwickler integrierten noch viele andere coole Manöver, die dank PlayStation Move kinderleicht umzusetzen sind. Hier ein Übersicht der verrücktesten Moves:

  • Bewegt ihr eure freie Hand im richtigen Moment in Richtung einer anfliegenden Granate, könnt ihr sie in der Luft fangen und zurück zum Absender schleudern.
  • Wahre Action-Helden ziehen den Sicherungsstift einer Granate nicht mit den Fingern, sondern mit den Zähnen. Natürlich klappt genau das auch in Blood & Truth. Einfach die Granate kurz zum Mund führen, dann direkt ins Getümmel werfen und… Booom!
  • Haltet ihr eine Hand flach über den Hammer des Revolvers, während ihr mit der anderen Hand abdrückt, wird die Waffe besser belüftet. Die Folge: Eine spürbar optimierte Feuerrate.
  • Folgender Trick klappt am besten mit einer Pistole, einer SMG oder der abgesägten Schrotflinte. Haltet ihr bei gezogener Waffe die Dreieck-Taste gedrückt und führt eine kurz Schnippbewegung mit dem Handgelenk durch, wirbelt Held Ryan Marks seine Waffe stilsicher um den Finger.
  • Im Casino-Level kommt es am Ende zu einer wilden Schießerei in einer Diskothek. Während ihr vor dem DJ-Pult steht, könnt ihr nicht nur eure Feinde mit Blei vollpumpen, sondern auch einen Großteil des DJ-Equipments verwenden. Cross-Fading, Platten-Scratching – all das und mehr ist dank der intuitiven Move-Steuerung problemlos möglich.
  • Hin und wieder konfrontiert euch Blood & Truth mit sogenannten Run-&-Gun-Sequenzen. Was viele nicht wissen: In diesen könnt ihr nicht nur schießen, sondern den Gegnern auch die Faust ins Gesicht rammen, um sie außer Gefecht zu setzen. Action-Held-Feeling pur!
  • In Blood & Truth kommt es immer wieder zu wilden Verfolgungsjagden, bei denen ihr vom Beifahrersitz aus auf anrückende Gegner feuert. Das allein ist schon verdammt cool. Noch mehr Spaß macht es allerdings, wenn man vorher noch mit der Hand das Autoradio einschaltet!

Ihr habt ein PlayStation VR Headset aber Blood & Truth noch nicht gespielt? Dann lest am besten unseren Test und unsere Behind the Scenes-Reportage zur Entstehung des Spiels und schaut dann direkt im PlayStation Store vorbei, um euch mit Hilfe der Demoversion einen ersten eigenen Eindruck zu verschaffen.

Außerdem solltet ihr unbedingt an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Details dazu findet ihr am Ende dieses Artikels. Jetzt aber erst einmal weiter zur Entstehungsgeschichte des PlayStation Move Controllers.

PlayStation Move Historie: Wie alles begann

Die Evolution des PlayStation Move Controllers reicht zurück bis ins Jahr 2003. Damals veröffentlicht Sony ein brandneues PS2-Zubehör namens EyeToy. Die offizielle Webcam für Sonys zweite Heimkonsolen-Generation ist in der Lage, Bewegungen der Benutzer zu erkennen und sorgt in kompatiblen Spielen für eine Fülle neuartiger Gameplay-Konzepte.

In der Minispiel-Sammlung EyeToy Play zum Beispiel müssen Spieler in den Bildschirm springende Ninjas mit gezielten Hand- und Fußbewegungen KO schlagen, verschmutzte virtuelle Scheiben reinigen, Fußbälle in bestimmte Zielsektoren köpfen und vieles andere mehr.

EyeToy wird ein echter Überraschungserfolg und verkauft sich in den Folgejahren mehr als 10,5 Millionen Mal. So richtig durch die Decke geht das Thema „Motion Gaming“ (bewegungsgestütztes Spielen) allerdings erst mit dem Erscheinen der Nintendo Wii im November 2006. Da natürlich auch Sony ein Stück vom Kuchen abhaben möchte, konzentriert man sich ab dem Jahr 2008 verstärkt auf die Entwicklung eines eigenen Controllers, der Bewegungen direkt ins Spiel überträgt.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Tatsache, dass Lagesensoren immer billiger zu haben sind und Sony bereits nach der Veröffentlichung von EyeToy mit einem Lichtstrahlen emittierenden Controller experimentierte, dessen Position im Raum durch die Kamera erfasst werden kann.

Das Projekt läuft zunächst unter dem Codenamen „Y-Con“ und wird von drei Teams vorangetrieben. Sony Japan kümmert sich um das Design der Hardware, während Sony America und die Worldwide Studios die dazu passende Software in Angriff nehmen.

PlayStation Move wird offiziell angekündigt

Dass der Wunder-Controller tatsächlich existiert und funktioniert, demonstriert Sony allerdings erst auf der US-Spielemesse E3 im Juni 2009 mit Hilfe eines Prototypen. Letzterer trägt zu diesem Zeitpunkt noch den Rufnamen „PlayStation Motion Controller“, wird dann jedoch pünktlich zur Game Developers Conference im März 2010 offiziell in PlayStation Move umbenannt. Gleichzeitig zeigt Sony erstmals das finale Design.

Heraus sticht dabei vor allem die „Orb“ genannte Leuchtkugel am oberen Ende des Geräts, die abhängig von der Beschaffenheit des Raums die Farbe wechselt und so von der Kamera optimal erfasst werden kann. Je nach Abstand zum Fernseher erkennt die Kamera zudem die Größe des Orbs.

Doch damit nicht genug: Weitere Bewegungsdaten erhält PlayStation Move durch einen Beschleunigungssensor, ein Drehratensensor, ein Magnetometer und einen Temperatursensor direkt im Controller. Die Folge sind erstaunlich präzises Tracking bei einer Latenz von gerade einmal 22 Millisekunden.

PlayStation Move startet weltweit

Am 15. September 2010 ist es schließlich soweit. Zum Preis von 39,99 Euro geht der PlayStation Move Controller für PlayStation 3 an den Start. Wer nochmal 20 Euro drauflegt, erhält das sogenannte PlayStation Move Starter Pak, das nebst einem Controller auch die PlayStation Eye Kamera und eine Demo-Disk enthält. Flankiert wird der Launch von einem grundsoliden Line-up. Sports Champions etwa ist Sonys direkte Antwort auf Nintendo Dauerbrenner Wii Sports.

In EyePet: Move Edition dürfen Käufer ein virtuelles Tamagotchi aufziehen, Start the Party entpuppt sich als rasante Minispiel-Sause für die ganze Familie, Tumble fordert Geschicklichkeitsspieler heraus und mit Ubisofts R.U.S.E kommen auch Strategen auf ihre Kosten.

Richtig spannend wird’s allerdings erst 2011 als erste Hochkaräter mit Move-Unterstützung erscheinen, darunter Little Big Planet 2, Portal 2, Time Crisis: Razing Storm, Killzone 3, Resistance 3 und SOCOM 4: U.S. Navy Seals. Was viele nicht wissen: Die drei letztgenannten Titel unterstützen sogar den Move Sharp Shooter, eine Art Plastik-Maschinengewehr, das spezielle Schächte für den Move Controller als auch den Navigation Controller aufweist und wie eine echtes MG gehalten werden kann.

Rennspielern wiederum spendiert Sony das PlayStation Move Racing Wheel. Einfach den Move-Controller in der Mitte einspannen, schon habt ihr in Spielen wie Little Big Planet Karting, Gran Turismo 5 oder MotorStorm: Apokalypse ein Lenkrad.

Eine Ära geht zu Ende – eine andere beginnt

Zeitsprung hin zum 15. November 2013. Während Sony mit Wonderbook: Book of Potions das vorerst letzte große First-Party-Spiel mit Move-Unterstützung veröffentlicht, erscheint in den USA zeitgleich die PlayStation 4. Vorläufige Zwischenbilanz? Immerhin knapp 15 Millionen verkaufte Move Controller.

Für die meisten Fans scheint die PlayStation Move Ära damit zu Ende. Doch weit gefehlt, denn hinter den Kulissen arbeitet Sony bereits seit Längerem an einem völlig neuen Einsatzgebiet für PlayStation Move.

Gemeint ist Project Morpheus, die damals noch nicht marktreife VR-Plattform der Japaner. „Eigentlich konstruierten wir PlayStation Move von Anfang an als Virtual Reality Controller – und das, obwohl VR damals noch überhaupt kein großes Thema war“, erinnert sich auch Anton Mikhailov, einer der federführenden Entwickler hinter PlayStation Move und PlayStation VR in einem Gespräch mit der britischen Fachzeitschrift Edge.

PlayStation Move und PlayStation VR – das Traumpaar

Und genau so kommt es dann auch. Als Playstation VR am 13. Oktober 2016 das Licht der Welt erblickt, feiern die Move Controller ein famoses Comeback als „Handersatz“. Mit anderen Worten: Sie übertragen die Position der Hände und gewisse Gesten (etwa das Greifen von Objekten) verzögerungsfrei in den virtuellen Raum und erzeugen so die Illusion, tatsächlich dort zu sein.

In Batman: Arkham VR zum Beispiel stülpen wir uns Batman-Handschuhe über und schleudern wenig später Batarangs durch die Luft oder hantieren ganz natürlich mit einem Forensik-Scanner. In der VR-Action-Achterbahn Until Dawn: Rush of Blood hingegen werden die Move Controller zu zwei Pistolen, mit denen wir auf groteske Clowns und andere Horrorgestalten ballern.

Oder nehmen wir The Elder Scrolls V: Skyrim VR. Hier führen wir mit unseren Händen nicht nur präzise Schild und Schwert, sondern beschwören auch allerlei verheerende Zaubersprüche oder spannen Pfeile in Kriegsbögen, um fauchende Drachen vom Himmel zu schießen.

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Aber auch PlayStation VR-Spiele wie zum Beispiel Job Simulator, Star Trek: Bridge Crew, Doom VFR, Superhot, Arizona Sunshine, Fruit Ninja VR, Raw Data, Surgeon Simulator, The Inpatient, Fantastic Contraption, The Assembly und viele andere laufen erst mit Move Controller zu Hochform auf. Nicht zu vergessen Beat Saber. Hier haltet ihr in der linken ein rotes und in der rechten Hand ein blaues Lichtschwert und habt nun die Aufgabe, heran rasende Blöcke im Takt der Musik zu zerteilen. Ein Heidenspaß!

Besucht uns auf Facebook und Instagram und diskutiert mit uns über eure Lieblingsspiele.

Sönke Siemens
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