Assassin’s Creed: Origins – Wegweiser durch Ägypten

Damit ihr euch im alten Ägypten von Assassin's Creed: Origins besser zurechtfindet, haben wir Erklärungen zur Kultur, Orten und Personen für euch zusammengestellt.

  • von Patricia Geiger am 14.06.2017, 15:28 Uhr

In Assassin’s Creed: Origins bekommen wir es mit einer faszinierenden Kultur zu tun: dem Alten Ägypten. Von der Hochkultur am Nil bleiben meistens jedoch nur die Mumien und Pyramiden im Gedächtnis hängen. Daher wollen wir euch mit einem kleinen Wegweiser helfen, euch besser in der Welt von Bayek, weit ab von Kreuzzügen, Renaissance oder industrieller Revolution, zurecht zu finden.

Wichtige Städte und Orte

Alexandria

Die Stadt wurde 331 vor Christus von Alexander dem Großen gegründet, nachdem er Ägypten von der Herrschaft der Perser befreit hat und in Memphis zum Pharao gekrönt wurde. Bereits nach Alexanders Tod wurde Alexandria unter seinem Nachfolger Ptolemaios I. zur Hauptstadt erklärt. Die von Ptolemaios I. gegründete Bibliothek von Alexandria gilt bis heute als die bedeutendste Schriftensammlung der Antike. Wann genau die Bibliothek verloren ging, ist nicht geklärt – eine (wenn auch umstrittene) Theorie ist jedoch, das sie 48 vor Christus einem Brand zum Opfer fiel.

Memphis

Die antike Stadt Memphis war zunächst die Hauptstadt Unterägyptens und später des gesamten Königreichs. Über die Gründung der Stadt gibt es keine gesicherten Fakten, daher ist nicht genau bekannt, wie alt die Stadt wirklich ist. Der Name Memphis für die Stadt, der sich vom altägyptischen »Men-nefer« ableitet, was in etwa »bleibend und vollkommen« bedeutet, findet sich jedoch erst in Inschriften des Neuen Reichs, das von 1550 bis 1070 vor Christus dauerte. Im Alten Ägypten war Memphis jedoch nicht nur Hauptstadt, sondern auch ein bedeutendes religiöses Zentrum.

Nil

Der Nil war im Alten Ägypten nicht nur ein Fluss, sondern gleichzeitig auch die Lebensader des Königreichs. Das hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen kam es einmal im Jahr zur sogenannten Nilschwemme. Dabei trat der Fluß über die Ufer und überflutete einen zu bis mehrere Kilometer breiten Landstrich. Erst das ermöglichte überhaupt Landwirtschaft in dem sonst durch Wüste geprägten Land, denn der Nilschlamm machte den Boden fruchtbar. Zum anderen aber war der Nil der wichtigste Handelsweg durch Ägypten. Mit Schiffen wurde darauf Holz transportiert, das aus Syrien oder Palästina importiert wurde und auch die Steine zum Bau der Pyramiden schipperten über das Gewässer zu ihrem Bestimmungsort. Der Schiffsverkehr war allerdings auf den Tag beschränkt, da nachts die Gefahr zu groß war, auf Sandbänke aufzulaufen.

Pyramiden von Gizeh

Die Pyramiden von Gizeh sind untrennbar mit unserem Bild vom Alten Ägypten verbunden und zählen zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit – und gleichzeitig auch das einzige noch erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Es handelt sich dabei um die Grabmäler der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos. Südöstlich der Cheops-Pyramide befinden sich noch kleinere Totentempel der Königinnen Hetepheres I. (Cheops’ Mutter), Meritites I. und Henutsen (beides Ehefrauen des Cheops).

Siwa & Fayyum

In Assassin’s Creed: Origins ist Siwa die Hauptstadt von Bayek. Tatsächlich handelte es sowohl bei Siwa als auch Fayyum um Oasen-Städte. Siwa ist vor allem für sein Orakel bekannt, das unter anderem auch von Alexander dem Großen besucht wurde. Der Stausee von Fayyum wurde zur Zeit von Ptolemaios II. angelegt, um eine zweite Ernte im Frühjahr zu sichern. Darüber hinaus hatte die Stadt noch den altägyptischen Namen Schedet, von den Griechen wurde sie Krokodilopolis genannt.

Götter

Anubis

Der schakalköpfige Anubis ist der altägyptische Gott der Totenriten und Mumifizierung. In der Mythologie nahm er die erste Mumifizierung einer Leiche vor. Nachdem der Gott Osiris von seinem Bruder Seth zerstückelt und auf der ganzen Welt verteilt wurde, sammelten Anubis und Osiris’ Frau Isis die Teile wieder ein. Anubis setzte Osiris wieder zusammen, indem er ihn mumifizierte und vollzog dann die Totenriten, die später zum Vorbild der Bestattungszeremonien wurden.

Horus

Bei Horus handelt es sich um einen Hauptgott des Alten Ägypten, dem unter anderem die Rolle als Beschützer der Kinder zugeschrieben wurde, andererseits war er aber auch der Himmelsgott und Königsgott. Dargestellt wird er meist als Falke oder Mensch mit Falkenkopf. Die Pharaonen nahmen sich seine mythologische Herrschaft als Vorbild. Das Horusauge, das ihm der Mythologie nach im Streit von Seth ausgestochen wurde, ist bis heute ein oft verwendetes Symbol.

Kultur und Personen

Adler

Die Adler selbst zählten nicht zu den heiligen Tieren im Alten Ägypten. Allerdings wurden zu dieser Zeit die Gattungsarten auch nicht so stark getrennt, wie es heute der Fall ist und entsprechend gibt es keine eigenständige Bezeichnung für die Tiere. Sie wurden »Achom« genannt, womit eigentlich die dem Gott Horus zugeschriebenen Falken bezeichnet wurden. Insofern ergibt es auch wieder Sinn, wenn in Assassin’s Creed ein Falke als Adler bezeichnet wird.

Chepesch

Beim Chepesch handelt es sich um ein Krummschwert, das in einer frühen Form ab dem Mittleren Reich (etwa 2137 bis 1781 vor Christus) als Waffe Verwendung fand, ab 1550 vor Christus aber auch als königliche Insignie geführt wurde.

Hieroglyphen

Die Hieroglyphen sind die Schriftzeichen des Alten Ägyptens, die von etwa 3200 vor Christus bis 394 nach Christus verwendet wurden. Dabei entwickelten sich die Piktogramme: Anfangs als reine Bilderschrift zu verstehen, kamen im Lauf der Jahrtausende auch Konsonanten und Sinnzeichen hinzu. Insgesamt kamen so rund 7000 Zeichen zusammen. Entscheidende Fortschritte bei der Entzifferung wurden erst nach der Entdeckung des Steins von Rosetta gemacht, der Napoleons Ägyptenfeldzug gefunden wurde.

Medjau

Bayek ist in Assassin’s Creed: Origins ein Medjau (auch Medjai und Medja). So wurden im Alten Ägypten Menschen bezeichnet, die unter anderem in der Nubischen Wüste lebten und den Ägyptern als Karawanenführer, Polizisten und Berufssoldaten dienten. Richtig grün waren sich die Medjau und Ägypter aber nicht, da diverse Quellen von Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen berichten. Die Bezeichnung Medjau verschwand jedoch eigentlich nach dem Neuen Reich um ca. 1000 vor Christus. Weshalb Bayek also 900 Jahre später diese Bezeichnung führt, wird uns das Spiel erklären müssen.

Mumifizierung und Totenritus

Mit der Mumifizierung wird ein Vorgang bezeichnet, der einen menschlichen oder auch tierischen Körper nach dem Tod vor dem Zerfall schützen soll. Zunächst war dies lediglich den Pharaonen vorbehalten, ab der Zeit des Neuen Reichs konnten sich jedoch auch »normale« Ägypter mumifizieren lassen. Um den Körper zu konservieren, wurden sämtliche Organe entnommen, die dem Toten in eigenen Gefäßen beigestellt wurden. Der Körper wurde mit Harz eingerieben und Leinenbinden umwickelt.

Die Beigabe der inneren Organe bei der Bestattung hing mit dem Totenritus zusammen, bei dem sich der Verstorbene laut der Mythologie vor einem Gericht diverser Götter verantworten musste. Unter anderem wurde dabei das Herz des Toten von der Göttin Maat auf die Waage der Gerechtigkeit gelegt wurde.

Kleopatra und Ptolemäer

Die Dynastie der Ptolemäer wurde von Ptolemaios I. gegründet, dem Nachfolger von Alexander dem Großen. Die letzte Herrscherin der Dynastie war Kleopatra VII. Philopator, die von 51 vor Christus bis 30 vor Christus herrschte. Sie war auch gleichzeitig die letzte Pharaonin Ägyptens. Kleopatra hatte Affären mit zwei der mächtigsten Römer ihrer Zeit: Gaius Iulius Caesar und später Marcus Antonius. Nachdem Octavian, der später zum römischen Kaiser Augustus wurde, Marcus Antonius militärisch geschlagen und somit auch gleichzeitig Kleopatras Herrschaft beendet hatte, begingen diese Selbstmord.

Eine umstrittene Theorie ist, dass sie sich von einer Kobra (Uräusschlange) beißen ließ, eine andere Variante besagt, das sie sich selbst verletzt und dann Viperngift in die Wunde geträufelt hat. Moderne Theorien gehen dagegen nicht von Selbstmord aus, sondern besagen, dass Kleopatra auf Befehl Octavians getötet wurde. Abschließend geklärt sind die Umstände ihres Todes bis heute nicht.

Kobra

Die Kobra, beziehungsweise Uräusschlange, gehört zur Ikonographie des Alten Ägyptens. Dargestellt wird sie als aufgereckte, blähende und Gift sprühende Kobra. Uräus ist dabei ein Schutzsymbol, das die Feinde des Trägers abwehren soll. Sie wurde ebenfalls zu einer königlichen Insignie und galt als Beschützer der Pharaonen. Ob die riesige Kobra, die im Trailer von Assassin’s Creed: Origins zu sehen war, nur symbolisch für einen Kampf Bayeks gegen einen ägyptischen Würdenträger steht oder ob er tatsächlich gegen das Reptil antreten muss und das Spiel mystische Elemente enthält, bleibt abzuwarten.

Sphinx

Bei dem Begriff der Sphinx denken wir sofort an die Statue vor den Pyramiden von Gizeh, aber Sphingen dienten auch vor zahlreichen anderen Tempeln als Wächterstatuen. Dabei gab es auch unterschiedliche Darstellungsformen: Neben dem Löwenkörper mit menschlichem Haupt waren auch Falken-, Sperber- und Widderköpfe keine Seltenheit.

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Patricia Geiger
Patricia Geiger

Mit der ersten PlayStation ist Patricia den Videospielen verfallen und seitdem nicht mehr davon losgekommen, wobei ihr Herz nach wie vor den Konsolen gehört. Eigentlich dreht sich alles um Rollenspiele, Ego-Shooter und Action-Adventures, ab und an wagt sie sich aber auch an Rundenstrategie oder Jump'n'Runs.

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