Meinung

7 Hype-Games, die sensationell gefloppt sind

16.07.2017
Autor: Constanze Thiel
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Diese 7 Hype-Games waren eine Riesenenttäuschung Diese 7 Hype-Games waren eine Riesenenttäuschung

Wir präsentieren euch sieben Spiele, die trotz eines großen Hypes spektakulär gescheitert sind.

Sobald ein neues Videospiel eines großen Entwicklers angekündigt wird, geht der so genannte »Hypetrain« auf die Reise. Das bedeutet: Ich und viele andere Spieler auf der ganzen Welt verfallen in große Vorfreude und können den Release kaum noch erwarten.

Manchmal geschieht es allerdings auch, dass das mutmaßliche Spiel des Jahrzehnts im Endeffekt gar nicht so toll geworden ist oder vielleicht sogar gar nicht veröffentlicht wurde. Ich stelle euch 7 Beispiele vor, die auf die eine oder andere Art spektakulär gescheitert sind.

Mass Effect: Andromeda

Mass Effect: Andromeda Mass Effect: Andromeda

Was die Lindenstraße für das Fernsehen, ist die Mass-Effect-Serie für Rollenspieler: Schon lange dabei liefern beide ihrer Fangemeinde genau das, was diese erwartet. Während das im Falle der Lindenstraße kurze, halbstündige Geschichten sind, bekommt ihr mit jedem Spiel der Originaltrilogie von Mass Effect zig Stunden an epischer Story im Weltall. Die Erwartungen für den Nachfolger Mass Effect: Andromeda, der nach fünf Jahren das erste neue Lebenszeichen der Serie darstellte, waren dementsprechend groß.

Doch statt der Sci-Fi-Lindenstraße bekam man plötzlich Berlin: Tag & Nacht. Alles war irgendwie lauter, jünger, pubertärer und sah seltsamerweise auch nicht so gut aus wie früher. Während in der Fangemeinde der Kampf zwischen Liebhabern des neuen Spiels und verratenen Fans der Original-Reihe tobte, straften die meisten Kritiker Mass Effect: Andromeda mit schlechten Wertungen, die im Endeffekt dazu führten, dass weitere Fortsetzungen zur Zeit auf Eis gelegt sind. Von großen Problemen mit den Gesichtsanimationen der Charaktere mal ganz zu schweigen.

Silent Hills

Playable Teaser zu Silent Hills Playable Teaser zu Silent Hills

Es war einmal im Jahr 2014, da versetzte bereits eine Demo zu einem noch gar nicht veröffentlichtem Titel die Videospielwelt in so großes Staunen, dass einige sie sogar als ihr Spiel des Jahres feierten. Die Rede ist vom Playable Teaser (P.T.) zu Silent Hills, der euch durch immer dieselben Gänge schickt und nach allen Regeln gut gemachten Horrors zermartert.

Zum Ende dieser Demo – die innerhalb kurzer Zeit mehr Grusel und Atmosphäre versprüht als Five Nights at Freddy’s, Slender und Amnesia zusammen – gab es noch eine Überraschung. Schließlich stellte sich heraus, dass Norman Reedus (Daryl aus »The Walking Dead«) die Spielfigur verkörpern sollte.

Rückblickend ist gerade die enorme Vorfreude von Horror-Fans aus Silent Hills besonders tragisch, schließlich sollte es gar nicht viel später zur Einstellung des Projekts kommen. Grund dafür waren heftige Streitigkeiten zwischen Entwickler Konami und dem kreativen Kopf Hideo Kojima, der unter anderem für die Metal-Gear-Reihe verantwortlich ist. Mittlerweile ist der Playable Teaser nicht einmal mehr zum Download verfügbar und wem das nicht das Herz zerreißt, der liebt Horror nicht.

No Man’s Sky

No Man's Sky No Man's Sky

Es hätte so schön werden können: Bereits seit der ersten Ankündigung des Weltraumspiels No Man’s Sky klang der Titel für Science-Fiction-Fans wie die Erfüllung eines Traums. Eine gigantische Anzahl einzigartiger Welten oder das Herumschrauben an Raumschiffen sind nur einige der Spielmechaniken, die ein virtuelles Paradies für Weltraum-Entdecker versprachen. Möglich machen sollte diese Wunder eine Technologie, die Planeten aus vorgefertigten Bausteinen immer neu erstellt und so ein riesiges Universum erschafft.

Doch bei Release funktionierte dieses System nicht richtig: Die Welten sahen lange nicht so beeindruckend aus wie in den Trailern von No Man’s Sky, etliche versprochene Features wie Multiplayer oder Koop-Modus fehlten oder waren unausgereift, siehe Item-Management.

Trotz allem kam das Spiel zum Vollpreis auf den Markt. Der Shitstorm war vorprogrammiert und prasselte auch auf das Entwicklerstudio ein. Trotz vieler Updates, die teilweise deutliche Verbesserungen brachten, blieb No Man’s Sky letztlich weit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

Mirror’s Edge

Mirror's Edge Mirror's Edge

Kennt ihr die schwedischen Entwickler von Dice eigentlich noch für andere Spiele außer Battlefield? Wohl kaum, und das auch aus gutem Grund, denn die Shooter-Reihe ist eine der besten und beliebtesten Spieleserien im Action-Genre. Aus irgendeinem Grund entstand dann aber doch das Bedürfnis, »mal was anderes« zu machen und so entstand das Parcours-Spiel Mirror's Edge. Mit einem einzigartigen Bewegungsgefühl, einer futuristische Stadt und einer mysteriösen Protagonistin sollte eine starke neue Marke etabliert werden.

Doch es kam erwartungsgemäß anders. Kritiker lobten das Spiel zwar vorwiegend – insbesondere für seinen sterilen Stil – doch Mirror's Edge löste bei den meisten Spielern weder Spielspaß noch Begeisterung aus. Die kurze Spielzeit tat das Übrige. Das Ergebnis: Enttäuschende Verkäufe und ein neues Spiel namens Mirror's Edge: Catalyst, bei dem sich die Geschichte mehr oder weniger wiederholte.

Tomb Raider: The Angel of Darkness

Tomb Raider: The Angel of Darkness Tomb Raider: The Angel of Darkness

Eine Archäologin, die immer schon ein bisschen cooler war als Indiana Jones, irgendein mystisches Rätsel, das mit einer Menge alter Ruinen zu tun hat und ein Kinofilm mit Angelina Jolie. Das klingt eigentlich ganz gut, oder? Da kann man doch sicherlich nichts falsch machen.

Dass damit unter den passenden Voraussetzungen sogar eine Menge falsch gemacht werden kann, erlebten Spieler im Jahr 2003, denn da erschien Tomb Raider: The Angel of Darkness. Dabei sah im Vorfeld noch alles gut aus, als der Entwickler der Reihe nach beeindruckende Features präsentierte, die alle im Spiel enthalten sein sollten.

Ironischerweise war der Kinofilm mit Angelina Jolie sogar am Debakel beteiligt, das dann folgte. Denn angeblich wurde Tomb Raider: The Angel of Darkness zu früh veröffentlicht, um den Kinofilm zu unterstützen. Im fertigen Produkt war daher von den versprochenen Features nur mehr wenig zu sehen, stattdessen gab es Bugs, eine störrische Steuerung und eine verwirrende Kameraführung und nahezu das Ende der gesamten Serie. Erst mit den neuen Teilen des Reboots – Tomb Raider und Rise of the Tomb Raider – fand die Videospielfigur Lara Croft wieder auf die Erfolgsspur zurück.

Duke Nukem Forever

Duke Nukem Forever Duke Nukem Forever

Politische Inkorrektheit, Schimpfwörter und leichte Mädchen: Bevor uns GTA all das auf unsere Bildschirme lieferte, war die Duke-Nukem-Serie in den 90ern das perfekte Klischee der ungepflegten »Männerunterhaltung«. Kein Wunder also, dass die Fans bei der Ankündigung von Duke Nukem Forever im Jahr 1997 beim Gedanken an noch mehr virtuelles Bier und vorlaute Sprüche ihre Freude kaum zähmen konnten.

Was dann jedoch folgte, war ein Trauerspiel: Unzählige Male wurde Duke Nukem Forever verschoben und mit falschen Versprechungen am Leben erhalten, bis es im Jahr 2011 nach einem Wechsel des Entwicklers doch noch in den Regalen landete.

Dann aber gab es Problem: Die frühere Fans waren nun selbst erwachsen geworden und Duke Nukem Forever war wie der lange verschollene Großonkel, der beim Abendessen plötzlich schmutzige Witze erzählt – irgendwie unpassend. Das Ergebnis waren schlechte Wertungen und ernüchternde Verkaufszahlen, die Duke Nukem Forever trotz des langjährigen Hypes zum Flop machten.

Beyond Good & Evil

Beyond Good & Evil Beyond Good & Evil

Was kann wohl schief gehen, wenn eine Reporterin und ein Schwein zusammen versuchen, eine große Verschwörung aufzudecken? So einiges. Doch die beiden zugegebenermaßen etwas ungewöhnlichen Hauptcharaktere in Beyond Good & Evil waren nicht der Grund dafür, dass das Action-Adventure als Flop in die Geschichte einging. Die Story und die Figuren galten sogar als Lieblinge der Kritiker.

Das Problem waren viel eher die Fans, oder besser gesagt: die fehlenden Fans. Bedingt durch die starke hausinterne Konkurrenz bei Entwickler Ubisoft gaben viele Spieler ihr Geld dann doch lieber für Abenteuer mit dem Prinz von Persien (Prince of Persia: Sands of Time) oder dem Geheimagenten Sam Fisher (Splinter Cell) aus und machten Beyond Good & Evil zum Ladenhüter.

Die Geschichte ist allerdings noch nicht zu Ende: Auf der E3 2017 wurde zur Freude der drei verbliebenen Fans Beyond Good & Evil 2 angekündigt – Reporterin und Schwein inklusive. Mal sehen, wie gut es sich jetzt gegen Assassin’s Creed behauptet.

Autoren: Lukas Lackner, Constanze Thiel

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